Jungköniginnenabflug bei warmem Wetter

Nach dem kalten Wochenende war es heute wieder wärmer, es zeigten sich zahlreiche Jungköniginnen auf der Außenhülle und ich konnte auch einige beim Abflug beobachten. Das Volk der Sächsischen Wespe bringt immer mehr Geschlechtstiere hervor. Heute ließ sich nämlich auch die erste Drohne blicken. Allerdings außen am Kasten. Aus diesem Volk oder ein Fremdling, angelockt von den Jungköniginnen?

Auf den Bildern sind die Jungköniginnen (deutlich größer als die Arbeiterinnen) gut zu erkennen.

Zahlreiche Jungköniginnen beim Volk der Sächsischen Wespe / F. Hornig

Foto: F. Hornig

Interessant: Schon seit längerer Zeit nutzt ein großer Nachtfalter den Wespenkasten, um dort den Tag zu verbringen. Ich habe ihn beim Füttern schon zweimal hinausgeworfen, aber er ist immer wieder zurückgekehrt. Die Wespen lassen ihn in Ruhe. Für ihr Beuteschema ist er zu groß, als Bedrohung sehen sie ihn auch nicht an. Insofern ein recht sicheres Plätzchen für den Falter. :-)
Auf den Bildern ist er links vom Nest gut zu erkennen.

Deutsche Wespe: Konkurrentinnen unerwünscht

Die Königin der Deutschen Wespe (Paravespula germanica bzw. Vespula germanica) hat weitere Schichten der Außenhülle ergänzt und das Flugloch verkleinert. Beides dient natürlich der besseren Klimatisierung des Nestes. Gerade jetzt, wo die Temperaturen gefallen sind, eine wichtige Maßnahme. Die Verkleinerung des Fluglochs hat noch den nützlichen Nebeneffekt, dass das Nest besser gegen Konkurrentinnen verteidigt werden kann. In unmittelbarer Nachbarschaft des Nestes hat z.B. gestern eine andere Wespenkönigin, der ein Fühler fast vollständig fehlt, den Hornissenkasten mit Nestresten inspiziert und mehrfach angeflogen. Der beschädigte Fühler könnte auf einen Revierkampf oder eine gescheiterte Übernahme eines Nestes hindeuten. Man sieht, es gibt durchaus Konkurrentinnen in der Nähe, mit denen es zu Auseinandersetzungen kommen könnte.

Hier ein paar aktuelle Fotos:

Die Außenhülle ist um weitere Schichten ergänzt worden. Das Flugloch wurde verkleinert. / Foto: F. Hornig

Ohne Kampf kommt hier keine Konkurrentin vorbei. / Foto: F. Hornig

Die Königin "lauert im Schatten" / Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

Ich hoffe, es geht positiv weiter, damit ich auch diese Art einmal über die ganze Saison aus der Nähe beobachten kann. :-)

Wespenkönigin der Deutschen Wespe (Paravespula germanica) im Hummelkasten

Heute habe ich endlich den ehemaligen Hummelkasten geöffnet und einen Blick ins Innere geworfen. Ich war im Vorfeld sehr gespannt, da es mir vorher noch nicht gelungen war, die Art der Wespe zu bestimmen. Weder konnte ich das Nest sehen, ohne den Kasten zu öffnen, noch ließ mir die Königin genug Zeit, um ihr genauer ins Gesicht zu sehen. Sie flog einfach zu schnell ein und aus. Und auch wenn sie verdünnten Futterteig aufnahm, gelang mir kein Foto, dass zur Artbestimmung tauglich gewesen wäre. Da ich annahm, dass sich das Nest höchstwahrscheinlich am Deckel befand, hatte ich diesen bisher nicht abgenommen, um einen Blick zu riskieren. Immerhin bestand die Möglichkeit, dass das Nest gleichzeitig auch am Rand befestigt war, sodass das Öffnen des Kastens ein gewisses Zerstörungsrisiko bedeutet hätte.

Heute nun öffnete ich trotzdem, weil ein Kontakt zum Rand mit zunehmendem Nestumfang immer wahrscheinlicher wurde und ich vorher nun doch noch einmal unbedingt einen Blick riskieren wollte.

Schon hier erkennt man gut, dass es sich um eine Kurzkopfwespe handelt. / Foto: F. Hornig

Auf dem zweiten Foto erkennt man noch deutlicher, dass es sich um eine Kurzkopfwespe (geringer Abstand zwischen Auge und Mandibeln) und speziell an der Gesichtszeichnung, dass es sich um eine Deutsche Wespe (Paravespula germanica) handelt.

Der Blick ins Gesicht zeigt: Paravespula germanica, die Deutsche Wespe. / Foto: F. Hornig

Hier noch ein Video von der Königin auf dem Nest:

Wespe versucht Wachsmottenklappe zu öffnen

Heute morgen konnte ich beobachten, wie eine Wespe (nicht “meine” aus dem anderen Kasten) versuchte, die Wachsmottenklappe am Nistkasten von Erdhummelvolk-1 zu öffnen. Sie zeigte sich dabei recht hartnäckig, aber ihr mangelte es an der entsprechenden Technik, sie versuchte es von der Seite.

Was war der Beweggrund für dieses Verhalten?
Eine eigene Nestgründung der Wespe im Kasten ist wohl aus mehreren Gründen auszuschließen. Erstens hätte sie auch dazu vorher schon die Klappe bewältigen müssen, die ja schon seit einiger zeit recht weit geschlossen ist. Zweitens hätte ich sie wahrscheinlich, wenn sie denn schon länger dabei ist, wohl schon einmal beobachtet. Drittens zeigte sie auch starkes Interesse für die anderen Hummelkästen und verschwand sogar einige Zeit im Flugloch des Nistkastens des Wiesenhummelvolkes.
Bleibt also das Motiv der Nahrungssuche (Nektar, Hummellarven?). Die Wespe zeigte sowohl für die Flug- als auch für die Lüftungslöcher starkes Interesse, wurde also stark vom Geruch geleitet. Interessanterweise haben solch kleine Völker noch keinen sehr ausgeprägten Geruch, was für einen sehr guten Geruchssinn der Wespen spricht. Auch das zielsichere Finden der Fluglöcher in beiden Kästen und der hartnäckige Versuch die Wachsmottenklappe zu öffnen ist erstaunlich. Erkennt die Wespe (ähnlich wie eine Wachsmotte oder eine Kuckuckshummel) die Pheromonmarkierung des Eingangs?

Und hier ein Foto, auf dem die Wespe aus dem Wiesenhummelkasten kommt:

Die Wespe hat auch das Flugloch des Wiesenhummelkastens gefunden und war für einige Zeit im Inneren.

Bei der Wespe scheint es sich um eine Kurzkopfwespe (Gewöhnliche Wespe, Deutsche Wespe) zu handeln. Zumindest legen beide Fotos das nahe. Der geringe Abstand zwischen Auge und Kiefer scheint das zu bestätigen, auch wenn das Foto zur Bestimmung nicht ideal ist.

Vermutlich handelt es sich um eine Kurzkopfwespe. Wahrscheinlich eine Königin der Gewöhnlichen oder der Deutschen Wespe.

Drei Hummelvölker mit Arbeiterinnen, Wespenkönigin noch aktiv

Das gute Wetter bringt Leben in die Bude.

Drei von vier Hummelvölkern haben inzwischen Arbeiterinnen. Das sind die zwei Erdhummelvölker und das Wiesenhummelvolk. Nur die Steinhummelkönigin ist noch allein. Genauso wie natürlich die Wespenkönigin, auf deren Arbeiterinnen man natürlich noch etwas länger warten muss. Aber immerhin hat die Wespenkönigin die zum Teil frostigen Nächte unbeschadet überstanden und hat auch ihr Nest nicht aufgegeben.

Drei kurze Videos von heute:

Das erste Video zeigt die Steinhummelkönigin, die ja noch ohne Arbeiterinnen ist, beim Öffnen der Wachsmottenklappe.

Hier sehen wir, dass auch Erdhummelvolk-2 jetzt Nachwuchs hat. Auch diese Arbeiterinnen meistern die Klappe.

Und zuletzt noch einmal eine Arbeiterin von Erdhummelvolk-1, welche die Klappe öffnet.

Von den Arbeiterinnen des Wiesenhummelvolkes gibt es noch keine Bilder, da sie in einen Kasten ohne Klappe fliegen. Daher sind sie schwer zu erwischen. Und auch unsere Wespenkönigin habe ich nach dem Video von neulich noch nicht wieder gut vor die Linse bekommen.

Wespenkönigin gründet Nest in altem Hummelkasten

Eine Wespenkönigin hat über Ostern ein Nest in einem meiner alten Hummelkästen (ohne Innenkasten und Polsterwolle) gegründet.
Man kann nur hineinsehen, wenn man den Deckel abnimmt, an dem aber wahrscheinlich das Nest hängt. Das habe ich bisher aber noch nicht getan, um nicht unnötig zu stören. Beim Einflug kann ich sie jedoch regelmäßig beobachten.

In diesem ehemaligen Wespenkasten hat die Wespenkönigin ihr Nest gegründet. / Foto: F. Hornig

Hier noch ein ganz kurzes Video vom Einflug. Es ist schierig, sie zu erwischen :-)

Hitze treibt Wespen auf die Außenhülle

Die extrem hohen Temperaturen treiben viele Wespen aus dem Inneren des Nestes auf die Außenhülle. Sowohl Arbeiterinnen als auch Jungköniginnen und ein paar Drohnen sitzen auf der Nesthülle oder an den Wänden des Kastens. Dort versuchen vor allem die Arbeiterinnen durch das Luftfächeln mit ihren Flügeln die Temperatur etwas zu senken. Obwohl der Nistkasten ganztägig im Schatten steht, ist es momentan recht warm in Kasten und Nest.

Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

“Gartenvolk” der Sächsischen Wespe weiterhin auf Wachstumskurs

Jetzt wird hier schon über drei Völker der Sächsischen Wespe berichtet. Zwei umgesiedelte Völker und mein “Gartenvolk”, wo sich die Königin ausnahmsweise mal den “richtigen” Platz zur Gründung eines Volkes ausgesucht hat, wenn auch in einem Hornissenkasten ;-)

Das “Gartenvolk” ist und bleibt das mit Abstand größte und individuenstärkste der drei Völker. Das liegt sicher auch am früher Gründungstermin und an meiner Unterstützung durch Bienenfutterteig. Obwohl schon Geschlechtstiere (die Zahl der Jungköniginnen und Drohnen steigt ständig) hervorgebracht werden, wächst das Nest noch immer und die Waben sind voll mit Larven und verdeckelten Zellen. Noch immer sehe ich auch Arbeiterinnen, die Orientierungsflüge machen, wenn auch anscheinend seltener. Das heißt, es gibt auch noch Arbeiterinnennachwuchs.

Saxonica-Nest am 04.07.2010 / Foto: F. Hornig

Dokumentation: Weitere Umsiedlung eines Wespennestes

Gestern stand eine weitere Umsiedlung eines Volkes der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica) an. Es scheint dieses Jahr ein Saxonica-Jahr zu sein.
Das Volk hatte ein Nest in einem Gartenhäuschen, direkt hinter der Tür, gebaut. Beim Öffnen der Tür wurde das Nest jedesmal erschüttert, sodass eine Umsiedlung nötig war.

Als ersten Schritt trennten wir das Nest vorsichtig von der Wand des Gerätehäuschens ab und klebten die Wabenetagen in den vorbereiteten Nistkasten. Dabei entfernten wir die Außenhülle, um besser kleben zu können. Diese wird von den Arbeiterinnen sehr schnell wieder ersetzt werden.
Das Foto zeigt die eingeklebten Waben noch auf dem Kopf stehend, bis der Kleber getrocknet ist. Auf den Waben sitzen die Königin und ein paar junge Arbeiterinnen, die noch nicht vom Nest abfliegen.

eingeklebte Waben mit Königin und ein paar Arbeiterinnen / Foto: F. Hornig

Noch einmal die Waben im Kasten. Noch immer steht der Kasten auf dem Kopf, da der Kleber noch nicht ausgehärtet ist.

Die Waben im Kasten während der Kleber trocknet. / Foto: F. Hornig

Wenn der Kleber ausgehärtet ist, wird der Kasten an die Hütte gehängt. Möglichst genau dort, wo die Wespen normalerweise einfliegen. Sie sammeln sich dann mit der Zeit auf den Waben.

Kasten an der Hütte / Foto: F. Hornig

Kasten an der Hütte II / Foto: F. Hornig

Auf den Bildern sieht das alles ganz ruhig aus, wenn ihr aber das Video anseht, werdet ihr feststellen, dass die Arbeiterinnen sehr aufgeregt sind und könnte euch vorstellen, dass es eine ganze Weile dauert, bis sich alle Arbeiterinnen auf den Waben niedergelassen haben. Wir haben daher bis zum Einbruch der Dunkelheit gewartet.

Nachdem sich die Arbeiterinnen auf den Waben niedergelassen hatten, haben wir die Tür des Kastens vorsichtig aber schnell geschlossen. Schon vorher hatte ich das Flugloch mit Fliegengitter gesichert, sodass es geschlossen war, die Durchlüftung des Kastens jedoch sichergestellt war.

Am Zielort das Kastens, inzwischen war es dunkel, ersetzten wir das Fliegengitter durch eine Pappe, die in der Mitte perforiert war. Diese Perforation wird von den Arbeiterinnen bei Tageslicht bemerkt, sodass sie sich am nächsten Morgen ein selbstständig ein Flugloch in die Pappe nagen können.

Am nächsten Morgen - bereits am Zielort - ist das Flugloch schon aufgenagt. / Foto: F. Hornig