Dolichovespula saxonica: rege Bautätigkeit, Hülle wieder vollständig geschlossen

Immer weiter voran geht es bei dem Saxonica-Volk in meinem Garten. Die Umsiedlung vor 9 Tagen ist längst Schnee von gestern. Ein Teil der aktiven Arbeiterinnen ist bereits hier geschlüpft und kennt keine andere Heimat. Aber auch die älteren Arbeiterinnen haben sich längst auf die neue Umgebung eingeflogen und wissen inzwischen genau, wo sie hier Beute oder Baumaterial bekommen können.

Die Bautätigkeit ist sehr rege, es gibt mehrere Hüllenschichten und die Hülle ist auch unten inzwischen wieder vollständig geschlossen. Leider lässt mir das natürlich keinen Blick mehr auf die Waben.

Bilder und ein Video von heute:

Umgesiedeltes Nest von Dolichovespula saxonica am 22.06.2011 / Foto: F. Hornig

Blick von unten / Foto: F. Hornig

Umgesiedeltes Saxonica-Volk: Dritte Wabenetage bestiftet

Weiterhin eine positive Entwicklung gibt es bei dem Volk der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica) zu vermelden. Die Außenhülle wurde erweitert (lässt mir aber immer noch ein wenig Platz zum Beobachten), die dritte Wabenetage wurde angefangen und auch schon von der Königin bestiftet und die Flugfrequenz steigt.
In meinem Garten und darüber hinaus wird kräftig Beute gemacht. Andere Insekten müssen auf der Hut sein. Insbesondere Schnaken, Mücken, Fliegen und Raupen.

Hier ein paar aktuelle Bilder:

Die Außenhülle wurde erweitert und man erkennt auch die neu begonnene 3. Etage / Foto: F. Hornig

Die Königin inspiziert die 3. Wabenetage / Foto: F. Hornig

Nahaufnahme: Kopf der Königin und Eier in den Zellen der neuen Wabenetage / Foto: F. Hornig

Da hat sich die Umsiedlung am letzten Wochenende doch gelohnt. :-)

Sächsische Wespe: Nest wächst

Fünf Tage nach der Umsiedlung ist das Volk der Sächsischen Wespe in meinem Garten sehr umtriebig und baut intensiv. Die Hülle ist gewachsen und auch die einzelnen Waben sind stark vergrößert worden. Darüber hinaus ist der Verbrauch an Futterteig angestiegen und jeden Tag zeigen neue Arbeiterinnen Orientierungsflüge. Und selbst die Königin zeigt sich auf der unteren Wabenetage!
Das sieht alles recht gut aus. :-)

Saxonica-Nest fünf Tage nach der Umsiedlung

Fünf Tage nach der Umsiedlung: Die Waben wurden kräftig vergrößert, die Königin (Mitte) ist aktiv. / Foto: F. Hornig

Zehn Tage nach der Umsiedlung: Sächsische Wespe sehr aktiv

Unser umgesiedeltes Volk im Vogelkasten ist weiterhin sehr agil. Die Arbeiterinnen entfernen mehr und mehr vom Vogelnest, um mehr Platz für den Ausbau ihres eigenen Nestes zu haben. Der Flugverkehr ist recht hoch.

Die Arbeiterin unten transportiert Material des Vogelnestes aus dem Kasten. / Foto: F. Hornig

Ein ständiges Kommen und Gehen / Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

Nahaufnahme: Dolichovespula saxonica, die Sächsische Wespe / Foto: F. Hornig

Fleißiges, agiles Völkchen :-)

Dokumentation: Weitere Umsiedlung eines Wespennestes

Gestern stand eine weitere Umsiedlung eines Volkes der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica) an. Es scheint dieses Jahr ein Saxonica-Jahr zu sein.
Das Volk hatte ein Nest in einem Gartenhäuschen, direkt hinter der Tür, gebaut. Beim Öffnen der Tür wurde das Nest jedesmal erschüttert, sodass eine Umsiedlung nötig war.

Als ersten Schritt trennten wir das Nest vorsichtig von der Wand des Gerätehäuschens ab und klebten die Wabenetagen in den vorbereiteten Nistkasten. Dabei entfernten wir die Außenhülle, um besser kleben zu können. Diese wird von den Arbeiterinnen sehr schnell wieder ersetzt werden.
Das Foto zeigt die eingeklebten Waben noch auf dem Kopf stehend, bis der Kleber getrocknet ist. Auf den Waben sitzen die Königin und ein paar junge Arbeiterinnen, die noch nicht vom Nest abfliegen.

eingeklebte Waben mit Königin und ein paar Arbeiterinnen / Foto: F. Hornig

Noch einmal die Waben im Kasten. Noch immer steht der Kasten auf dem Kopf, da der Kleber noch nicht ausgehärtet ist.

Die Waben im Kasten während der Kleber trocknet. / Foto: F. Hornig

Wenn der Kleber ausgehärtet ist, wird der Kasten an die Hütte gehängt. Möglichst genau dort, wo die Wespen normalerweise einfliegen. Sie sammeln sich dann mit der Zeit auf den Waben.

Kasten an der Hütte / Foto: F. Hornig

Kasten an der Hütte II / Foto: F. Hornig

Auf den Bildern sieht das alles ganz ruhig aus, wenn ihr aber das Video anseht, werdet ihr feststellen, dass die Arbeiterinnen sehr aufgeregt sind und könnte euch vorstellen, dass es eine ganze Weile dauert, bis sich alle Arbeiterinnen auf den Waben niedergelassen haben. Wir haben daher bis zum Einbruch der Dunkelheit gewartet.

Nachdem sich die Arbeiterinnen auf den Waben niedergelassen hatten, haben wir die Tür des Kastens vorsichtig aber schnell geschlossen. Schon vorher hatte ich das Flugloch mit Fliegengitter gesichert, sodass es geschlossen war, die Durchlüftung des Kastens jedoch sichergestellt war.

Am Zielort das Kastens, inzwischen war es dunkel, ersetzten wir das Fliegengitter durch eine Pappe, die in der Mitte perforiert war. Diese Perforation wird von den Arbeiterinnen bei Tageslicht bemerkt, sodass sie sich am nächsten Morgen ein selbstständig ein Flugloch in die Pappe nagen können.

Am nächsten Morgen - bereits am Zielort - ist das Flugloch schon aufgenagt. / Foto: F. Hornig

Umsiedlungen

Umsiedlungen stellen ja immer das letzte Mittel dar.

Vorher sollte versucht werden, das Nest – wenn irgend möglich – am Ursprungsort zu belassen. Jede Umsiedlung birgt gewisse Risiken und natürlich Stress für ein Volk.

Wird 2009 ein Wespen- bzw. Hornissenjahr?

Momentan sieht es nicht danach aus. Entscheidend wird sein, wieviele Wespen- oder Hornissenköniginnen der Frühgründerinnen die momentane Schlechtwetterphase überstehen und wie es mit dem Wetter weitergeht.

Die zweite entscheidende Frage lautet, wieviele Königinnen noch kommen werden, oder ob der warme April schon fast alle hervorgelockt hat.

Lassen wir uns überraschen.

Sollten einige Umsiedlungen nötig sein, so kann man sich über die Methode Gedanken machen. In unserer Arbeitsgruppe arbeiten wir meistens per Hand, d.h. die Flughornissen (bzw. -wespen) werden größtenteils mit dem Käscher abgefangen. Bei großen Völkern kann das natürlich zeitaufwändig sein.

Andere arbeiten dann häufig mit einem modifizierten Staubsauger. Der Umbau ist wichtig, da sonst Tiere verletzt oder gar getötet werden.

Einen schönen Schau- bzw. Umsiedlungskasten samt passendem Abfangkasten für die “Staubsaugermethode” hat Harry für den Nabu Willich konstruiert:

Hornissenschaukasten / Foto: H. Abraham

Hornissenschaukasten / Foto: H. Abraham

Hornissenschaukasten (2) / Foto: H. Abraham

Hornissenschaukasten (2) / Foto: H. Abraham

Harry ist ja schon bekannt als recht innovativer Konstrukteur von Hummelnistkästen.

Für den Hornissenkasten hat er gleich noch einen passenden Abfangkasten für die “Staubsaugermethode” gebaut:

Abfangkasten / Foto: H. Abraham

Abfangkasten / Foto: H. Abraham

Abfangkasten / Foto: H. Abraham

Abfangkasten / Foto: H. Abraham

Aber nochmals:
Umsiedlungen sollten nur erfolgen, wenn keine Möglichkeit besteht, das Volk am ursprünglichen Ort zu belassen. Häufig kann mit einem Beratungsgespräch vor Ort geklärt werden, dass es möglich ist, den Hornissen für eine Saison (Mai – Oktober) “Asyl” zu gewähren. :-)

Viele Menschen werden dadurch sogar zu Hornissenfreunden. :-)