Kirschblüte, Ausfall (Erdhummel), Orientierungsflüge

Langweilig wird’s eigentlich nie. Man fiebert mit, man hofft, man sorgt sich, man drückt die Daumern etc. Die Rede ist nicht von der baldigen Fußball-WM, sondern von unseren Hummeln.

Leider habe ich eine weitere ausgefallene Königin zu beklagen. Die Erdhummel, die seit Ostern fleißig dabei war, hat sich mindestens drei Tage nicht sehen lassen. Das ist absolut verlässlich, da ich den Eingang markiert hatte. Also habe ich nachgesehen. Das Nest scheint völlig unversehrt, aber verlassen. Von der Königin keine Spur. Es gibt ein schönes Nektartöpfchen mit ein wenig Nektar – einiges wohl inzwischen verdunstet – und eine Larvenwiege samt Pollenresten.

In der Mitte ist das kleine Anfangsnest farblich gut zu erkennen. / Foto: F. Hornig

Nektartöpfen und Larvenwiege samt Pollenresten / Foto: F. Hornig

Nun blühen endlich die Kirsche, der Gundermann, die Taubnesseln und weitere Pflanzen. Die Trachtlage entspannt sich etwas, aber diese Königin wird es nicht mehr erleben. Bleiben noch die beiden Selbstansiedlungen: eine Wiesenhummel und eine Erdhummel. Insbesondere die Wiesenhummel scheint unermüdlich.

Aber es gibt weitere Hoffnungsschimmer. Heute konnte ich zwei Ackerhummeln in zwei Kästen einsetzen. Beide zeigten schöne Orientierungsflüge. Zumindest eine von beiden kehrte bald darauf zurück. Das heißt zwar noch nichts, ist aber wenigstens ein gutes Zeichen.

Jetzt hoffe ich zusätzlich immer noch auf die Steinhummeln. Die flogen hier gestern bei der Wärme endlich auch mal, wenn auch spärlich, waren heute aber schon nicht mehr zu sehen. Sie schienen auch noch nicht wirklich in “Suchstimmung” zu sein. Auf Ansiedlungsversuche habe ich deswegen vorerst verzichtet. Es muss einfach noch ein wenig wärmer werden.

Vor den beiden markierten Kästen zeigten die beiden Königinnen heute schöne Orientierungsflüge. Daumen drücken! / Foto: F. Hornig

Kurzer Frühling sorgt für Probleme bei Bienen und Hummeln

Der explosionsartige Frühling, der nach einem verspäteten Einsetzen jetzt seiner Zeit voraus ist, könnte nach eine Phase der Blütenfülle (z.B. Schlehe und Apfel z.T. gleichzeitig!), zu einem mageren Blütenangebot führen.

Siehe NABU Presse-Mitteilung:
http://www.nabu.de/modules/presseservice/index.php?popup=true&db=presseservice&show=1389

Aber Schwankungen in der Natur gab es natürlich schon immer. Viel problematischer sind immer noch Gärten, die nur aus Rasen, Nadelbäumen und gefüllten Rosen bestehen. Wo nichts oder nur wenig blüht, gibt es für Hummeln und Bienen große Probleme.

Ein schönes Gegenbeispiel: Blumenstadt Mössingen
http://www.blumenstadt.eu/galerie/galerie.1.html

Schön und ökologisch wertvoll: Blumenmischung / Foto: Stadt Mössingen

Schön und ökologisch wertvoll: Blumenmischung / Foto: Stadt Mössingen

Spät dran …

Dieses Jahr ist alles spät dran.

Nicht nur ich mit vielen Dingen, die ich schon längst erledigt haben wollte (Schreibtisch :-( ), sondern vor allem auch die Natur. Die Hummelköniginnen sind später erschienen, aber auch die Pflanzen und speziell deren Blütenstände hinken gewaltig hinterher – auch wenn sich momentan in der Entwicklung viel tut.

Um das Blütenangebot in unserem Garten weiter zu erhöhen, habe ich eine Blutjohannisbeere gepflanzt, die sehr früh blüht. Gerade bei den frühen Blühern ist es mir noch etwas zu dünn in unserem Garten. Wenn erstmal die Obstbäume loslegen, geht es hingegen Schlag auf Schlag.

Die Blutjohannisbeere bietet gerade den Hummelköniginnen in der Frühphase der Nestgründung etwas. Die kleinen, viele Tausende zählende Gundermannblüten, die sonst zu dieser Zeit schon zwischen unserem Gras blühen, sind nämlich noch nicht ganz soweit.

Frühe Blüherin: Blutjohannisbeere / Foto: F. Hornig

Frühe Blüherin: Blutjohannisbeere / Foto: F. Hornig

Um weitere Blühpflanzen zu vermehren, habe ich einige Beinwellwurzel geteilt und neu eingepflanzt. Der Beinwell lässt sich durch Wurzelteilung gut vermehren.

Kleine Beinwellpflanzen aus geteilten Wurzeln / Foto: F. Hornig

Kleine Beinwellpflanzen aus geteilten Wurzeln / Foto: F. Hornig

Klein, aber einfach schön: Küchenschelle auf unserer Terasse.

Küchenschelle / F. Hornig

Küchenschelle / F. Hornig