Eigentlich wollte ich ein paar Hornissenkästen in der Nähe kontrollieren und säubern, aber der Regen heute hat meine Motivation spürbar gedämpft. Das wird nun wohl bis zum Wochenende warten müssen.
Stattdessen bin ich mal wieder zur beegroup nach Würzburg gesurft. Sie ist eine der innovativsten und rührigsten Bienenforschungsgruppen in Deutschland. Prof. Tautz und seine Leute erforschen mit modernsten Mitteln alles rund um die Honigbiene. Über wissenschftliche Arbeiten hinaus entstehen so populärwissenschftliche Bücher, Filme etc.
Eine der letzten Erkenntnisse geht dahin, dass Bienen bei der Schädlingsbekämpfung eine Rolle spielen können. Das hört sich natürlich erstmal merkwürdig an. Viele Menschen – leider nicht alle – wissen zwar, dass unsere staatenbildenden Wespenarten sich von anderen Insekten z.B. auch von Raupen ernähren und uns somit nicht nur ärgern, wenn wir mal im Freibad ein Eis essen, sondern eben auch eine eminent wichtige Rolle im Haushalt der Natur spielen und auch sogenannte “Schädlinge” vernichten. Auch Hornissen verputzen im Übrigen jede Menge Raupen und sorgen im Wald dafür, dass sogenannte “Forstschädlinge” nicht Überhand nehmen.
Das alles ist also nicht erstaunlich. Wespen und Hornissen ernähren ihre Larven mit Eiweiß in Form erbeuteter Insekten. Honigbienen jedoch versorgen ihre Larven mit Eiweiß in Form von Pollen. Sie erbeuten keine anderen Insekten. Wie sollten sie also z.B. Raupen in Schach halten?
Die Antwort ist einfach: Raupen können nicht zwischen Bienen und Wespen unterscheiden. Was sich anhört wie ein Kalauer, trifft dennoch zu. Raupen nehmen die Schwingung der Flügel der Wespen beim Flug wahr. Tun sie dies rechtzeitig, haben sie eine Chance zu entkommen, indem sie sich z.B. fallen lassen oder sich ruhig verhalten. In Stress geraten sie jedoch immer. Und das schlägt sich auch auf ihr Fressverhalten nieder, das deutlich geringer ausfällt. Steht nun zum Beispiel ein Bienenvolk in der Nähe eines Obstbaumes und dieser wird intensiv beflogen (Wildbienen oder Hummeln wären auch möglich), dann geht die Fraßschädigung an der Pflanze deutlich zurück. Dazu ein ausführlicherer Artikel in der “Zeit“.
Weitere interessante Artikel und Videos der beegroup in den Medien.
So hatte der heutige Regen doch noch etwas Gutes!
