Deutsche Wespe: Konkurrentinnen unerwünscht

Die Königin der Deutschen Wespe (Paravespula germanica bzw. Vespula germanica) hat weitere Schichten der Außenhülle ergänzt und das Flugloch verkleinert. Beides dient natürlich der besseren Klimatisierung des Nestes. Gerade jetzt, wo die Temperaturen gefallen sind, eine wichtige Maßnahme. Die Verkleinerung des Fluglochs hat noch den nützlichen Nebeneffekt, dass das Nest besser gegen Konkurrentinnen verteidigt werden kann. In unmittelbarer Nachbarschaft des Nestes hat z.B. gestern eine andere Wespenkönigin, der ein Fühler fast vollständig fehlt, den Hornissenkasten mit Nestresten inspiziert und mehrfach angeflogen. Der beschädigte Fühler könnte auf einen Revierkampf oder eine gescheiterte Übernahme eines Nestes hindeuten. Man sieht, es gibt durchaus Konkurrentinnen in der Nähe, mit denen es zu Auseinandersetzungen kommen könnte.

Hier ein paar aktuelle Fotos:

Die Außenhülle ist um weitere Schichten ergänzt worden. Das Flugloch wurde verkleinert. / Foto: F. Hornig

Ohne Kampf kommt hier keine Konkurrentin vorbei. / Foto: F. Hornig

Die Königin "lauert im Schatten" / Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

Ich hoffe, es geht positiv weiter, damit ich auch diese Art einmal über die ganze Saison aus der Nähe beobachten kann. :-)

Wespenkönigin der Deutschen Wespe (Paravespula germanica) im Hummelkasten

Heute habe ich endlich den ehemaligen Hummelkasten geöffnet und einen Blick ins Innere geworfen. Ich war im Vorfeld sehr gespannt, da es mir vorher noch nicht gelungen war, die Art der Wespe zu bestimmen. Weder konnte ich das Nest sehen, ohne den Kasten zu öffnen, noch ließ mir die Königin genug Zeit, um ihr genauer ins Gesicht zu sehen. Sie flog einfach zu schnell ein und aus. Und auch wenn sie verdünnten Futterteig aufnahm, gelang mir kein Foto, dass zur Artbestimmung tauglich gewesen wäre. Da ich annahm, dass sich das Nest höchstwahrscheinlich am Deckel befand, hatte ich diesen bisher nicht abgenommen, um einen Blick zu riskieren. Immerhin bestand die Möglichkeit, dass das Nest gleichzeitig auch am Rand befestigt war, sodass das Öffnen des Kastens ein gewisses Zerstörungsrisiko bedeutet hätte.

Heute nun öffnete ich trotzdem, weil ein Kontakt zum Rand mit zunehmendem Nestumfang immer wahrscheinlicher wurde und ich vorher nun doch noch einmal unbedingt einen Blick riskieren wollte.

Schon hier erkennt man gut, dass es sich um eine Kurzkopfwespe handelt. / Foto: F. Hornig

Auf dem zweiten Foto erkennt man noch deutlicher, dass es sich um eine Kurzkopfwespe (geringer Abstand zwischen Auge und Mandibeln) und speziell an der Gesichtszeichnung, dass es sich um eine Deutsche Wespe (Paravespula germanica) handelt.

Der Blick ins Gesicht zeigt: Paravespula germanica, die Deutsche Wespe. / Foto: F. Hornig

Hier noch ein Video von der Königin auf dem Nest:

Dunkelhöhlennister: Deutsche Wespe

Hier mal eine Vertreterin einer häufigen Art: die Deutsche Wespe (Paravespula germanica).

Sie ist ein typischer Dunkelhöhlennister. Somit hängen ihre Nester niemals frei sichtbar, sondern sind in der Erde, auf Dachböden, hinter Verschalungen etc.

Diese Art kann im im August/September beim Essen im Freien schon etwas lästig werden, aber auch ihre Nester sollten und dürfen laut Naturschutzgesetz “nicht ohne vernünftigen Grund” beseitigt werden.

Hans Bugert hat uns Fotos gemailt, die er in seinem Garten, unweit des Hornissenkastens aufgenommen hat.

Deutsche Wespe (Paravespula germanica) / Foto: H. Bugert

Deutsche Wespe (Paravespula germanica) / Foto: H. Bugert

Deutsche Wespe vor dem Nesteingang / Foto: H. Bugert

Deutsche Wespe vor dem Nesteingang / Foto: H. Bugert