Weitere Hornissenkästen aufgehängt

Das Wetter heute war gut. Noch zu kalt für Hornissen- oder Wespenköniginnen, aber gut genug, um ein paar Kästen aufzuhängen, damit zu Beginn der Saison Ende April/Anfang Mai, je nach Temperatur, genug Nistmöglichkeiten vorhanden sind. Das Problem für Hornissen besteht ja darin, dass in vielen Regionen zu wenig hohle Bäume als Nistmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Da ein Hornissennest Außmaße von ca. 40 x 70 cm erreichen kann, muss ein hohler Baum auch einen entsprechenden Umfang haben. Solche natürlichen Nistorte gibt es leider nicht in ausreichender Zahl.

Also heute mal nicht die üblichen Karfreitags-Sandalenfilme angesehen, sondern stattdessen zwei neue Hornissenkästen (Holzbeton, Firma Strobel) aufgehängt. Beide an Eichen, am Waldrand gelegen. Um die Bäume nicht zu schädigen, verwenden wir Alu-Nägel und die Drahtschlingen zur Sicherung gegen Wind werden durch alte Schläuche gezogen.

Foto: M. Goehl

Foto: M. Goehl

Hummelpech

Es ist schon ein wenig vertrackt dieses Jahr mit den Hummeln.

Eine Durchsicht hat heute nicht viel Positives ergeben. Die Ackerhummelkönigin ist leider auch ausgefallen. Bei einer Durchsicht des Kastens habe ich einen halbgefüllten Nektartopf und eine Larvenwiege gefunden. Die Königin fehlt leider seit ein paar Tagen, dabei ist sie schon so schön bei geschlossener Klappe geflogen.

Eine Steinhummelkönigin, die auch schon bei geschlossener Klappe fliegt, kehrt anscheinend nur nachts in den Kasten zurück, um dort zu übernachten. Tagsüber zeigen Markierungen, dass kein Flugverkehr stattfindet. Nachts summt sie bei Klopftests im Kasten und heute Morgen habe ich sie sogar ausfliegen sehen. Doch dann bleibt sie tagsüber dem Kasten fern. Dabei gibt es dort ein kleines Nest mit spärlich gefülltem Nektartopf und Larvenwiege.

Eine andere – inzwischen verschollene – Steinhummel hat lediglich gesammelten Pollen hinterlassen. Sonst nichts.

Eine Erdhummel trägt weiterhin fließig Pollen ein, allerdings in einen Kasten ohne Mottenklappe und in der Denkburg hat eine Steinhummel wohl das Wiesenhummelnest okkupiert. Nachwuchs von der Wiesenhummel gibt es allerdings nicht. Ob sie vertrieben wurde oder die Steinhummel das bereits verwaiste Nest übernommen hat, weiß ich nicht.

Säuberung der Hornissenkästen

So langsam rücken auch die Hornissen ins Blickfeld. Nicht, dass die Königinnen schon fliegen, aber wir kontrollieren und reinigen natürlich so langsam die Kästen, um auf einen plötzlichen Wärmeeinbruch vorbereitet zu sein. Normalerweise geht die Hornissensaison aber nicht vor der ersten Maihälfte los. Im letzten Jahr jedoch hatten wir schon Nestgründungen im April!

Bei diesen Kastenkontrollen zeigt sich dann anhand der Belegung der Kästen, ob die vorherige Saison ein starkes oder eher schwaches “Hornissenjahr” war. Natürlich bekommt man das in der laufenden Saison auch schon mit, nicht zuletzt durch die Zahl der Beratungen oder auch der Internetkontakte zu Ratsuchenden oder Hornissengruppen in anderen Regionen. Letztes Jahr war zum Beispiel sowohl bei uns als auch überregional ein eher schwaches Hornissenjahr.

Trotzdem finden sich in einzelnen Kästen durchaus passable bis kapitale Hornissennester, die auf ein zahlreiches Volk und demnach viele Geschlechtstiere schließen lassen. Es finden sich aber auch immer wieder Kuriositäten, Doppelbelegungen, etc.

Hier zwei Beispiele aus den bisherigen Kontrollen:
Ein kapitales Nest, dessen Wachstum selbst nach einer Umsiedlung aus einem Rolladenkasten nur durch das Volumen des Kastens begrenzt wurde. Mehr ging einfach nicht in diesem Nistkasten. Die Umsiedlung hat dieses Volk kaum gebremst.

Kapitales Nest trotz Umsiedlung aus einem Rollladenkasten / Foto: Martin Steinmann

In einem anderen Kasten hatte sich ein Bienenschwarm einquartiert, der aber leider den Winter nicht überlebt hat. Bienenvölkern gelingt es ohne imkerliche Hilfe inzwischen kaum noch, über den Winter zu kommen. Die schwierige Trachtsituation und Parasiten machen es den Tieren sehr schwer. Hinzu kommt, dass die beiden häufigsten Honigbienenarten, die von Imkern gehalten werden und deren Schwärme sich immer mal wieder verselbstständigen, vielleicht nicht ganz geeignet sind, um in unseren Breiten allein klarzukommen. Eine Alternative könnte da die “Nordbiene” sein. Sie scheint besser an die klimatischen Verhältnisse nördlich der Alpen angepasst zu sein. Aber die Artendiskussion ist unter Imkern ein heißes Eisen.

Der Bienenschwarm hat den Winter im Hornissenkasten leider nicht überlebt. / Foto: M. Steinmann

Bauwut und Selbstansiedlung

Den Frust über die verschollene Königin habe ich in Energie für ein neues Projekt umgelenkt. Angeregt durch Bilder von ein paar Hummelständen auf www.hummelfreund.com, habe ich selbst einen Hummelstand gebaut. Der Stand kann natürlich nicht die bereits bezogenen Hummelkästen aufnehmen, da der Ortswechsel über 20 Meter im Garten eher problematisch für die Neuorientierung der Hummeln wäre. Allerdings habe ich extra Gas gegeben und auch gleich noch einen neuen Kasten mit Wachsmottenklappe dazu gebaut, damit ich vielleicht in den nächsten Tagen doch noch eine Acker- oder Steinhummel am neuen Standort ansiedeln kann. Somit wäre der neue Hummelstand nicht nur ein Projekt für die nächste Saison.

Hummelstand mit neuem Kasten (obere Reihe, links)

Das neue Kastenmodell (obere Reihe, links) soll in der nächsten Saison den Stand füllen. Der Stand hat Platz für sechs solcher Kästen mit den Maßen 40 x 40 cm, die somit auch für größere Hummelvölker geeignet sind. Das Dach des Standes hat ein leichtes Gefälle. Die Südseite ist zusätzlich gegen die Sonne abgeschirmt.

Eine Überraschung erlebte ich dann noch, als ich den Kasten, der von den Ameisen befallen war, in dem neuen Hummelstand aufbauen wollte. Glücklicherweise habe ich ihn vorher kontrolliert. Dort hat sich nämlich eine neue Erdhummelkönigin selbstständig angesiedelt. :-)
Damit musste er natürlich am alten Standort verbleiben. Dafür gibt es aber eine zusätzliche Königin ! 8-)
Damit gibt es wieder drei Königinnen.
Und morgen hoffe ich noch auf eine Stein- oder Ackerhummel.
Beide Arten – speziell Steinhummeln – habe ich diese Saison bisher sehr selten fliegen sehen.

Hornisse in Vogelkasten

Heute hat mich jemand gebeten, mir ein Hornissennest in einem sehr kleinen Vogelkasten anzusehen. In der Nachbarschaft gibt es Probleme mit der Toleranz dieses Nestes in einem Gemeinschaftsgarten. Ich konnte die Wogen erstmal glätten, aber es ist noch nicht ganz klar, wie die Sache weitergeht. Eine Genehmigung für eine spätere Umsiedlung müsste ohnehin durch die untere Naturschutzbehörde erfolgen.

Aber soweit ist es noch lange nicht. Wer weiß, ob die Königin durchhält, obwohl sie einen vitalen Eindruck macht. Das Mikroklima des kleinen Kastens ist momentan sicher recht günstig, wenn er auch extrem voller dicker Spinnweben ist, gerade auch am Ansatz des Nestes. Allerdings dürfte dieser Vogelkasten sehr schnell zu klein werden und eine Fillialbildung recht früh stattfinden.

Man könnte einfach eine Filialbildung geschehen lassen.

Die Hornissenkönigin droht der Kamera, bleibt aber ruhig. / Foto: F. Hornig

Die Hornissenkönigin droht der Kamera, bleibt aber ruhig. / Foto: F. Hornig

Nistkästen: Hornissen vs. Wespen

Beim Reinigen der Kästen entdecken wir immer wieder Wespennester in Hornissenkästen. Häufig – wie das Hornissennest – aus dem letzten Jahr. Manchmal aber auch schon neu gegründet und an das Hornissenest angebaut.

Diese neuen Nester, die an die alten vorjährigen Hornissenester angebaut wurden, versuchen wir zu erhalten.
Der Kasten wird gereinigt, aber das Wespennest wird wieder darin befestigt. Kommt keine Hornissenkönigin vorbei, kann die Wespe versuchen ein Volk aufzubauen. Kommt doch eine Hornissenkönigin vorbei, muss man sehen, was passiert.

Das Wespennest wird wieder im Kasten verankert:

Reste des alten Hornissenestes mit neuem Wespennest / Foto: Goehl, Ilgenstein

Reste des alten Hornissenestes mit neuem Wespennest / Foto: Goehl, Ilgenstein

Und auch dieses Wespennest wurde wieder im Kasten befestigt:

Befestigung des Wespennestes im Kasten / Foto: Goehl, Ilgenstein

Befestigung des Wespennestes im Kasten / Foto: Goehl, Ilgenstein

Gründet dann später doch eine Hornissenkönigin im Nistkasten, so geht es meistens schlecht für die Wespen aus. Aber wir haben auch ein Beispiel aus der letzten Saison, wo beide Völker sich parallel entwickelt haben. Das Hornissenvolk ist nicht riesig geworden, aber die Gründe hierfür können vielfältig sein. Das Wespenvolk (Sächsische Wespe) hingegen hat sich optimal entwickelt. Interessant ist die lange parallele Entwicklung beider Völker in einem Kasten.

Wespen und Hornissenvolk in einem Kasten (Saison 2008) / Foto: Goehl, Ilgenstein

Wespen und Hornissenvolk in einem Kasten (Saison 2008) / Foto: Goehl, Ilgenstein

Gartenecken …

Wenn man auf neue potentielle Bewohner der Kästen wartet, hat man Zeit sich auch in den Ecken des Gartens umzusehen. Auch dort gibt es Leben und derzeitige Bewohner, die dort aktiv sind.

In einer Ecke steht zum Beispiel der alte Hummelkasten aus Holz in einem Meer aus Löwenzahn und Gundermannblüten. Dort hat – wie berichtet – eine Steinhummelkönigin ein Nest gegründet.

Mitten im Blütenmeer: Holzkasten mit Steinhummel / Foto: F. Hornig

Mitten im Blütenmeer: Holzkasten mit Steinhummel / Foto: F. Hornig

Im Innern erkennt man selbst bei dieser Auflösung die beiden Kot-Ecken (Links oben und unten). Während der Aufnahme war ein wütendes Surren der Königin vernehmbar. Das heißt für mich: Alles in Ordnung :-)

Frische Kot-Ecken links oben und unten - hier ist regelmäßig jemand zu Hause / Foto: F. Hornig

Frische Kot-Ecken links oben und unten - hier ist regelmäßig jemand zu Hause / Foto: F. Hornig

Zumindest die Ackerhummel aus dem grünen Holzkasten ist auch noch aktiv. Sie fliegt regelmäßige Routen durch den Garten und verweilt lange bei den weißen Taubnesseln.

Ackerhummelkönigin an weißer Taubnessel / Foto: F. Hornig

Ackerhummelkönigin an weißer Taubnessel / Foto: F. Hornig

Am längsten habe ich die zweite Ackerhummel nicht mehr gesehen, die in der Keramikburg am Komposthaufen haust. Wenn ich den “Wolltest” am Flugloch mache, ist die Wolle regelmäßig entfernt. Aber gesehen habe ich die Hummel lange nicht mehr. Sie bleibt ein “Phantom”.

Wohnt hier noch das Phantom? Wilde Ecke am Komposthaufen. / Foto: F. Hornig

Wohnt hier noch das "Phantom"? Wilde Ecke am Komposthaufen. / Foto: F. Hornig

Hier werden immer noch Untermieter (Wespen, Hornissen) gesucht:

Wenn niemand freiwillig einzieht, bleibt Raum für umzusiedelnde Völker. / Foto: F. Hornig

Wenn niemand freiwillig einzieht, bleibt Raum für umzusiedelnde Völker. / Foto: F. Hornig

Sonne lässt Hummeln ackern …

Die Sonne bringt es an den Tag :-)

Fast alle Hummelköniginnen legen heute Nachmittag kräftig los.

Ackerhummelkönigin an Taubnessel (zum Vergrößern anklicken) / Foto: F.Hornig

Ackerhummelkönigin an Taubnessel (zum Vergrößern anklicken) / Foto: F.Hornig

Da will ich mich natürlich auch nicht lumpen lassen und bereite den nächsten Schritt der Umquartierung der Erdhummel vor. Sie soll ja schrittweise aus dem ungeeigneten Topf in einen vorbereiteten Hummelkasten umziehen. Damit sie sich langsam immer stärker beim Anflug auf die Wolle fixiert, bekommt diese eine auffällige Markierung in Form eines gelben Plastikverschlusses.

Gelber Plastikverschluss als Navigationshilfe

Gelber Plastikverschluss als Navigationshilfe

Das war’s dann für heute.

Jetzt kann sie sich das Ding beim Anflug einprägen und wenn ich dann die Wolle wieder etwas tiefer lege, hilft ihr hoffentlich die gelbe Markierung beim Navigieren. :-)

Aktuelle Belegung der Kästen

Entgegen der Wettervorhersage ist es immer noch recht kühl. Man mag sich nicht so lange im Garten aufhalten.

Trotzdem habe ich heute Morgen eine halbe Stunde im Garten verbracht und versucht den aktuellen Belegungsstatus herauszubekommen.

Ich konnte eine der Ackerhummeln beim Ausfliegen beobachten, und zwei (!) Steinhummeln bei der Rückkehr. Die Klopfprobe brachte ein zorniges Brummen bei der Erdhummel im Topf. Und auch die Sächsiche Wespe war zu Hause.

Damit ergibt sich folgendes Bild:

Aktuelle Belegung 19.04.2009 / Grafik: F. Hornig

Aktuelle Belegung 19.04.2009 / Grafik: F. Hornig

Wie kommt es nun zu den zwei Steinhummelköniginnen?
Gute Frage! Schon vorgestern habe ich eine Steinhummelkönigin aus dem braunen Holzkasten (Grafik: zweites Bild von oben) kommen sehen und heute Morgen ist sie erneut eingeflogen.

Was bedeutet das?
Entweder hatte die Erdhummel inzwischen aufgegeben und die Steinhummel hat den Kasten übernommen, oder aber die Steinhummelkönigin hat die Erdhummel abgestochen und den Kasten per Kampf übernommen.

Bei der Ackerhummel in der Keramik-Burg am Komposthaufen bin ich nicht sicher, ob sie noch aktiv ist.

Aber insgesamt eine gute Belegung bisher. Hoffen wir auf etwas Sonne :-)

Selbstansiedlung einer zweiten Ackerhummel

In der Keramik-Hummelburg am Komposthaufen hat sich eine Ackerhummel angesiedelt. Heute konnte ich sie beim Einflug beobachten, allerdings hatte ich keine Kamera dabei.

Hier hat sich die fünfte Hummelkönigin selbst angesiedelt / Foto: F. Hornig

Hier hat sich die fünfte Hummelkönigin selbst angesiedelt / Foto: F. Hornig

Damit sind es momentan zwei Ackerhummelköniginnen, zwei Erdhummelköniginnen (inclusive der im Topf) und eine Steinhummelkönigin.

Dazu kommt noch die Wespenkönigin im Hornissenkasten. Und die war heute fleißig und hat weitergebaut. Ein kurzes Video zeigt sie beim Einflug und ein Foto beim Bauen:

Die Haltung der Wespe erinnert zwar stark an das “Wärmen”, das Hornissenköniginnen mit ihrer Brut machen. Aber ich vermute, sie verstärkt nur den Stil der Wabe mit Baumaterial.

Wespenkönigin beim Bauen eines Nestansatzes / Foto: F. Hornig

Wespenkönigin beim Bauen eines Nestansatzes / Foto: F. Hornig