Einfache, naturnahe Bienenhaltung für alle

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ja auch schon ein wenig geimkert, dann allerdings aus Zeitgründen, aber auch weil die Bienen von der Amerikanischen Faulbrut befallen waren, das Ganze wieder aufgegeben. Die Faszination für die Bienenvölker ist aber immer noch lebendig, jedoch hat mich der hohe Aufwand beim Imkern bisher immer wieder abgeschreckt.

Mit Interesse habe ich daher die Berichte einiger Initiativen im Internet gelesen, welche die Imkerei auf einfache Füße stellen wollen, um den Kreis der Hobby-Imker zu erweitern um die Leute, die nicht so sehr an der Honig-Ernte interessiert sind, sondern eher an der Beobachtung der Tiere. Bei dieser Betriebsweise geht es eher um das Wohl der Bienen, um das Interesse an den Völkern, interessante Beobachtungen und hin und wieder ein paar Gläser Honig für den eigenen Bedarf. Aber natürlich nicht zuletzt auch um die Verbreitung der Honigbiene, die Erhaltung ihrer Bestäubungsleistung. Die Honigernte spielt keine oder eine untergeordnete Rolle. Eine Honigschleuder und aufwendige Abfüllanlagen sind daher nicht nötig. Und auch viele andere Tätigkeiten und Materialien – sprich z.T. kostspielige Anschaffungen – fallen weg.

Es gibt nicht nur ein Bienensterben, es gibt auch fast schon ein “Imkersterben”. Das liegt einfach an der Tatsache, dass den Imker der Nachwuchs fehlt. Ein wichtiger Grund dafür liegt sicher auch im relativ hohen Aufwand, der mit der herkömmlichen Imkerei verbunden ist.

Viele Naturinteressierte hätten schon Lust, sich ein oder zwei Bienenvölker im Garten zu halten, scheuen aber die Mühe und den Materialaufwand, den dies kostet. In letzter Zeit gibt es daher immer mehr Initiativen und Anregungen, die es Laien einfacher, billiger und weniger zeitintensiv machen sollen, sich selber ein oder zwei Beobachtungsvölker im Garten zu halten. Hier spielt die Honigproduktion keine oder kaum eine Rolle. Wenn, dann höchstens zur eigenen Nutzung.

Im Vordergrund all dieser Vorschläge und Anregungen zu einer “Simplify-Imkerei” stehen folgende Kriterien:

  • einfache und billige Ausrüstung 
  • überschaubarer Arbeitsaufwand
  • wesensgemäße Haltung der Bienen:
    (Das bedeutet, den Bienen zu ermöglichen, ihr Leben weitgehend selbst, ihren Veranlagungen entsprechend zu gestalten.)
  • Überwinterung auf eigenem Honig (keine Zuckerfütterung)

 Bei fast allen dieser Betriebsweisen wird auf Naturbau gesetzt, d.h. es wird ohne Mittelwände und meistens sogar ohne Rähmchen geimkert. Das spart wieder viel Arbeit und Material. Natürlich kann man damit keine Wanderimkerei betreiben oder große Mengen an Honig ernten, aber das ist wie gesagt auch gar nicht der Sinn der Sache.

Ein Bienenstand muss also nicht unbedingt so aussehen:

üblicher Bienenstand

Bienenstand / Foto: Imkerverein Goeppingen

 Er kann auch so aussehen:

sogenannte Top-Bar-Hive

Top-Bar-Hive / Foto: Guido Froelich

 
Oder gar so:

sogenannte "Bienenkiste"

"Bienenkiste" / Foto: E. M. Klein

 Sowohl bei der “Bienenkiste” als auch bei der “Top-Bar-Hive” besteht das Prinzip – simpel gesagt – darin, den Bienen im Sommer möglichst ihre Ruhe und im Winter alles oder viel von ihrem eigenen Honig als Wintervorrat zu lassen. Was man erntet, wird ganz einfach ohne Schleuder verarbeitet.

Das geht dann z.B. so (Foto: Bernhard Heuvel):

einfach Pressen

 

Ausführliche Informationen zur einfachen Bienenhaltung findet ihr hier:

 Hobbyimkern mit der TBH

Imkern mit der Bienenkiste

Einfache Bienenhaltung für alle

Viel Spaß und anregende Lektüre!