Umsiedlungen stellen ja immer das letzte Mittel dar.
Vorher sollte versucht werden, das Nest – wenn irgend möglich – am Ursprungsort zu belassen. Jede Umsiedlung birgt gewisse Risiken und natürlich Stress für ein Volk.
Wird 2009 ein Wespen- bzw. Hornissenjahr?
Momentan sieht es nicht danach aus. Entscheidend wird sein, wieviele Wespen- oder Hornissenköniginnen der Frühgründerinnen die momentane Schlechtwetterphase überstehen und wie es mit dem Wetter weitergeht.
Die zweite entscheidende Frage lautet, wieviele Königinnen noch kommen werden, oder ob der warme April schon fast alle hervorgelockt hat.
Lassen wir uns überraschen.
Sollten einige Umsiedlungen nötig sein, so kann man sich über die Methode Gedanken machen. In unserer Arbeitsgruppe arbeiten wir meistens per Hand, d.h. die Flughornissen (bzw. -wespen) werden größtenteils mit dem Käscher abgefangen. Bei großen Völkern kann das natürlich zeitaufwändig sein.
Andere arbeiten dann häufig mit einem modifizierten Staubsauger. Der Umbau ist wichtig, da sonst Tiere verletzt oder gar getötet werden.
Einen schönen Schau- bzw. Umsiedlungskasten samt passendem Abfangkasten für die “Staubsaugermethode” hat Harry für den Nabu Willich konstruiert:

Hornissenschaukasten / Foto: H. Abraham

Hornissenschaukasten (2) / Foto: H. Abraham
Harry ist ja schon bekannt als recht innovativer Konstrukteur von Hummelnistkästen.
Für den Hornissenkasten hat er gleich noch einen passenden Abfangkasten für die “Staubsaugermethode” gebaut:

Abfangkasten / Foto: H. Abraham

Abfangkasten / Foto: H. Abraham
Aber nochmals:
Umsiedlungen sollten nur erfolgen, wenn keine Möglichkeit besteht, das Volk am ursprünglichen Ort zu belassen. Häufig kann mit einem Beratungsgespräch vor Ort geklärt werden, dass es möglich ist, den Hornissen für eine Saison (Mai – Oktober) “Asyl” zu gewähren.
Viele Menschen werden dadurch sogar zu Hornissenfreunden.