Gartenecken …

Wenn man auf neue potentielle Bewohner der Kästen wartet, hat man Zeit sich auch in den Ecken des Gartens umzusehen. Auch dort gibt es Leben und derzeitige Bewohner, die dort aktiv sind.

In einer Ecke steht zum Beispiel der alte Hummelkasten aus Holz in einem Meer aus Löwenzahn und Gundermannblüten. Dort hat – wie berichtet – eine Steinhummelkönigin ein Nest gegründet.

Mitten im Blütenmeer: Holzkasten mit Steinhummel / Foto: F. Hornig

Mitten im Blütenmeer: Holzkasten mit Steinhummel / Foto: F. Hornig

Im Innern erkennt man selbst bei dieser Auflösung die beiden Kot-Ecken (Links oben und unten). Während der Aufnahme war ein wütendes Surren der Königin vernehmbar. Das heißt für mich: Alles in Ordnung :-)

Frische Kot-Ecken links oben und unten - hier ist regelmäßig jemand zu Hause / Foto: F. Hornig

Frische Kot-Ecken links oben und unten - hier ist regelmäßig jemand zu Hause / Foto: F. Hornig

Zumindest die Ackerhummel aus dem grünen Holzkasten ist auch noch aktiv. Sie fliegt regelmäßige Routen durch den Garten und verweilt lange bei den weißen Taubnesseln.

Ackerhummelkönigin an weißer Taubnessel / Foto: F. Hornig

Ackerhummelkönigin an weißer Taubnessel / Foto: F. Hornig

Am längsten habe ich die zweite Ackerhummel nicht mehr gesehen, die in der Keramikburg am Komposthaufen haust. Wenn ich den “Wolltest” am Flugloch mache, ist die Wolle regelmäßig entfernt. Aber gesehen habe ich die Hummel lange nicht mehr. Sie bleibt ein “Phantom”.

Wohnt hier noch das Phantom? Wilde Ecke am Komposthaufen. / Foto: F. Hornig

Wohnt hier noch das "Phantom"? Wilde Ecke am Komposthaufen. / Foto: F. Hornig

Hier werden immer noch Untermieter (Wespen, Hornissen) gesucht:

Wenn niemand freiwillig einzieht, bleibt Raum für umzusiedelnde Völker. / Foto: F. Hornig

Wenn niemand freiwillig einzieht, bleibt Raum für umzusiedelnde Völker. / Foto: F. Hornig

Spät dran …

Dieses Jahr ist alles spät dran.

Nicht nur ich mit vielen Dingen, die ich schon längst erledigt haben wollte (Schreibtisch :-( ), sondern vor allem auch die Natur. Die Hummelköniginnen sind später erschienen, aber auch die Pflanzen und speziell deren Blütenstände hinken gewaltig hinterher – auch wenn sich momentan in der Entwicklung viel tut.

Um das Blütenangebot in unserem Garten weiter zu erhöhen, habe ich eine Blutjohannisbeere gepflanzt, die sehr früh blüht. Gerade bei den frühen Blühern ist es mir noch etwas zu dünn in unserem Garten. Wenn erstmal die Obstbäume loslegen, geht es hingegen Schlag auf Schlag.

Die Blutjohannisbeere bietet gerade den Hummelköniginnen in der Frühphase der Nestgründung etwas. Die kleinen, viele Tausende zählende Gundermannblüten, die sonst zu dieser Zeit schon zwischen unserem Gras blühen, sind nämlich noch nicht ganz soweit.

Frühe Blüherin: Blutjohannisbeere / Foto: F. Hornig

Frühe Blüherin: Blutjohannisbeere / Foto: F. Hornig

Um weitere Blühpflanzen zu vermehren, habe ich einige Beinwellwurzel geteilt und neu eingepflanzt. Der Beinwell lässt sich durch Wurzelteilung gut vermehren.

Kleine Beinwellpflanzen aus geteilten Wurzeln / Foto: F. Hornig

Kleine Beinwellpflanzen aus geteilten Wurzeln / Foto: F. Hornig

Klein, aber einfach schön: Küchenschelle auf unserer Terasse.

Küchenschelle / F. Hornig

Küchenschelle / F. Hornig

Bingo! Ackerhummelkönigin erfolgreich angesiedelt

Ich hatte ja beschlossen, dieses Jahr weniger Hummelköniginnen aktiv einzusiedeln. D.h. ich habe zwei passive Angebote gemacht – also einfach Nistkästen aufgestellt. Zusätzlich wollte ich ein oder zwei Königinnen aktiv in Nistkästen einsiedeln.

Dabei ziehe ich Arten vor, die nur einen schwachen Nestgeruch entwickeln und somit weniger Wachsmotten anlocken. Da sind die Ackerhummeln natürlich erste Wahl. Sie haben den zusätzlichen Vorteil, dass man sie im geöffneten Nistksten ohne Schutzkleidung beobachten kann.

Vor drei Tagen habe ich nun eine Ackerhummelkönigin in einen der Nistkästen eingesiedelt. Sie machte einen schönen Orientierungsflug, ließ sich dann aber knapp zwei Tag lang nicht blicken. Ich hatte das Flugloch mit Wolle präpariert, sodass mir Flugbewegungen aufgefallen wären. Gestern aber, als ich die Hoffnung auf eine erfolgreiche Ansiedlung bereits aufgegeben hatte, konnte ich sie beim Einflug beobachten :-)

Jetzt heißt es Daumen drücken, dass sie erfolgreich ein Nest gründet!

Da sie selten fliegt (wahrscheinlich schwitzt sie ordentlich Wachs aus für das erste Honigtöpfchen), ist mir noch kein Foto gelungen. Daher seht ihr unten eine Fotomontage mit einer meiner Ackerhummelköniginnen aus dem Jahr 2006. Allerdings ist der Kasten der aktuelle 2009er (fotografiert heute morgen):

Die Ackerhummelkönigin wohnt im grünen Kasten / Foto: F. Hornig

Die Ackerhummelkönigin wohnt im grünen Kasten / Foto: F. Hornig

In den oberen (grünen) Kasten wurde also aktiv eingesiedelt, der untere (zwischen den Backsteinen) harrt passiv einer geneigten Königin.

Morgens um halb zehn in Deutschland …

… bin ich ja normalerweise bei der Arbeit.

Momentan ist aber alles anders und deswegen kann ich schon vormittags in der Gegend rumlaufen oder im Garten werkeln oder gar Anrufe besorgter Bürger auf dem Hornissen-Handy entgegennehmen, die nicht wissen, was sie mit ersten Wildbienen anfangen sollen, die in ihrem Garten auftauchen. Langweilig ist’s eigentlich nie.

Im Notfall kann ich immer noch was am Schreibtisch machen :-(

Exakt um halb zehn heute früh war ich also an einem kleinen Bienenstand in der Nähe. Zwei der drei Völker waren trotz der noch recht niedrigen Temperaturen – allerdings bei Sonnenschein – schon aktiv.

Kleiner Bienenstand / Foto: F. Hornig

Kleiner Bienenstand / Foto: F. Hornig

Danach, mit einem Tee im Garten, habe ich die Keramik-Hummelburg am Komposthaufen noch ein wenig “getarnt”, um die Sonneneinstrahlung (obwohl nur Morgensonne) zu verringern und vielleicht die Selbstbesiedlung zu fördern.

Es suchten nämlich schon ein paar Erdhummelköniginnen am Komposthaufen nach Nistmöglichkeiten. Allerdings schien mir diese Suche noch nicht sehr zielgerichtet zu sein, d.h. die Phase, in der sie quasi in jedes Loch kriechen, scheint noch nicht begonnen zu haben.

Foto: F. Hornig

Foto: F. Hornig

Komposthaufen mit Hummelburg

Etliche Hummelköniginnen, Wildbienen und ein Zitronenfalter haben heute die Sonne genossen.

Da haben auch wir flugs die Sonne genutzt und unseren Komposthaufen auf Vordermann gebracht. D.h. wir haben die Holzbehälter geleert und alles, was noch nicht kompostiert war, auf eine Miete gesetzt. Jetzt haben wir wieder zwei leere Behälter und können alles Grünzeug und viele Küchenabfälle (kein Fisch, Fleisch oder Käse, nichts Gekochtes) hineinpacken. Für den Rest gibt es demnächst einen Bokashi. Ein Wunderwerk der Restekompostierung!Der soll ja auch Fisch und Fleisch verwursten. Ich bin gespannt! Ob das funktioniert? Demnächst mehr. 

Am Komposthaufen habe ich dann gleich noch eine meiner Denk-Hummelburgen platziert. Sie haben sicher Vor- und Nachteile, die unter Hummelfreunden ja auch immer wieder diskutiert wurden, aber selbst unter “alten Hasen” gibt es auch Befürworter. 

Ich biete sie einfach passiv an und werde sie nicht für eine aktive Einsiedlung nutzen. Für Ackerhummeln oder Wiesenhummeln sollte der Platz allemal reichen und die Nistmöglichkeit ist auch nicht schlechter als z.B. unter einem Grasbüschel. Wichtig ist, dass sie nicht in der prallen Sonne stehen, da sonst die Hummeln gebacken werden. Eine Zweite habe ich in einen Backsteinstapel eingebaut. Auch diese bekommt nur Morgensonnen – und auch das noch abgeschwächt durch die Backsteine.

Schauen wir mal, ob jemand einzieht.

Denk-Keramik Hummelburg am Komposthaufen

Denk-Keramik Hummelburg am Komposthaufen

Hummelburg im Backsteinstapel

Hummelburg im Backsteinstapel