Heute habe ich die Klappe schon fast geschlossen. Das irritiert die Arbeiterinnen kurz, wenn sie ein- oder ausfliegen wollen. Sie müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen und brauchen daher etwas Zeit, bis sie die Klappe “bewältigt” haben.
Bei einem der beiden Erdhummelvölker ist die erste Arbeiterinnengeneration geschlüpft und einige sind bereits auf Sammelflug. Zwangsläufig sind sie damit natürlich ins “Klappentraining” eingestiegen
Hier ein kurzes Video, das zeigt, wie eine Arbeiterin die noch nicht ganz geschlossene Klappe bereits souverän meistert.
Inzwischen sind seit einiger Zeit alle vier Hummelkästen belegt: zwei Selbstansiedlungen und zwei eingesetzte Königinnen.
In beiden oberen Kästen sind Érdhummelköniginnen, unten links eine Steinhummel, unten rechts eine Wiesenhummel. / Foto: F. Hornig
Die unteren Kästen (Steinhummel, Wiesenhummel) sind Selbstansiedlungen, die beiden Erdhummeln in den oberen Kästen habe ich eingesiedelt. Bei der Erdhummelkönigin oben links (eingesiedelt am 2.4.) sollten sich demnächst Arbeiterinnen zeigen. Da ich allerdings nicht genau weiß, wann die Königin mit der Eiablage begonnen hat, kann ich den genauen Zeitpunkt schwer bestimmen.
Nachwuchs gibt es bisher nur bei den Erdhummeln. Da die Temperaturen heute etwas höher sind und die Sonne scheint, habe ich einen Blick in den Nistkasten geworfen. Allerdings habe ich die Wolle nicht entfernt, da bei der Kälte wohl noch kaum Wachsmotten unterwegs sind. Leider gab es ja nun ausgerechnet in einem Kasten Nachwuchs, der über keine Mottenklappe verfügt, sondern nur über einen gewöhnlichen Vorbau. Ich habe also drei Optionen. Ich behandle das Volk bei einem Wachsmottenbefall mit BT, ich versuche eine Nachrüstung einer Mottenklappe an diesem Nistkasten oder ich quartiere das Volk in einen Kasten mit Klappe um.
Hier erstmal ein paar Bilder:
Erdhummelkönigin, 16.05.10 / Foto: F. Hornig
Königin und Arbeiterin, 16.05.10 / Foto: F. Hornig
Fast alle Hummelköniginnen legen heute Nachmittag kräftig los.
Ackerhummelkönigin an Taubnessel (zum Vergrößern anklicken) / Foto: F.Hornig
Da will ich mich natürlich auch nicht lumpen lassen und bereite den nächsten Schritt der Umquartierung der Erdhummel vor. Sie soll ja schrittweise aus dem ungeeigneten Topf in einen vorbereiteten Hummelkasten umziehen. Damit sie sich langsam immer stärker beim Anflug auf die Wolle fixiert, bekommt diese eine auffällige Markierung in Form eines gelben Plastikverschlusses.
Gelber Plastikverschluss als Navigationshilfe
Das war’s dann für heute.
Jetzt kann sie sich das Ding beim Anflug einprägen und wenn ich dann die Wolle wieder etwas tiefer lege, hilft ihr hoffentlich die gelbe Markierung beim Navigieren.
In unserem Carport-Anbau, in dem Gartengeräte etc. lagern, steht in einem Regal ein Plastik-Blumentopf voller Polsterwolle. Diese Wolle ist ein Rest der Wolle, mit der ich die Hummelnistkästen bestückt habe.
Als ich nun heute im Anbau bin, sehe ich eine Erdhummel-Königin auf den Topf zufliegen und zielstrebig in der Wolle verschwinden. Als ich am Topf ruckele, gibt sie ein wütendes Surren von sich, bleibt aber tief in der Wolle verborgen.
Kein Zweifel: Die Erdhummel-Königin hat ein Nest im Topf gegründet.
Also habe ich mich mit der Kamera auf die Lauer gelegt:
Erdhummel-Königin fliegt ihr Nest im Topf an / Foto: F. Hornig
Auf dem folgenden Film könnt ihr hören, wie sie auf mein Stören reagiert (u.U. Lautstärke erhöhen ).
Die Erdhummel bekommt dort erstmal Asyl. Sollte die Nestgründung auf Dauer erfolgreich sein, werde ich sie wohl umsiedeln in einen Nistkasten.