Das Volk der Deutschen Wespe (Vespula germanica) entwickelt sich weiter nach Plan. Die Zahl der fliegenden Arbeiterinnen hat sich erhöht. Zusätzlich zur Fütterung mit Bienenfutterteig (Kohlenhydrate) habe ich den Arbeiterinnen gestern ein paar Larven des aufgegebenen Nestes der Mittleren Wespe angeboten. Diese zusätzliche Eiweißquelle wurde sofort angenommen.
Blick ins Flugloch: Eine Arbeiterin hat die Larve gepackt. / Foto: F. Hornig
Arbeiterinnen zerlegen die Larve, um sie im Nest an den eigenen Nachwuchs zu verfüttern. / Foto: F. Hornig
Arbeiterinnen der Deutschen Wespe zerlegen eine Wespenlarve einer anderen Art, um sie an die eigenen Larven zu verfüttern. / Foto: F. Hornig
MeinVolk der Deutschen Wespe (Vespula germanica) wächst langsam, aber stetig. Es sind erst wenige Arbeiterinnen. Mal sehen, wann ich die Umquartierung zwecks besserer Beobachtungsmöglichkeiten vornehme. Es scheint besser zu sein, noch etwas zu warten, da die Königin zwar nicht mehr fliegt, aber ihre Wabentreue mit jedem Tag wächst.
Hier zwei Bilder vom Samstag:
Zwei Arbeiterinnen der Deutschen Wespe auf der Nesthülle. / Foto: F. Hornig
Das Nest ist noch recht klein. / Foto: F. Hornig
Diese Art, die Deutsche Wespe (Vespula germanica), zählt zwar immer noch zu den häufigsten Arten, scheint aber regional z.T. auf dem Rückzug zu sein. Die Gewöhnlichen Wespe (Vespula vulgaris) scheint mehr und mehr zu dominieren. Mehr dazu in einem kurzen Aufsatz von Rolf Witt in der Fachzeitschrift “Ampulex”: www.ampulex.de/ampulex.pdf
Um so interessanter, dass ich gerade diese Art dieses Jahr bei mir im Garten bei der Nestentwicklung beobachten kann.
Bei dem Volk der Deutschen Wespe (Vespula germanica) in meinem Garten fliegen jetzt die ersten Arbeiterinnen.
Vielleicht sind sie gestern schon geflogen, denn sie sind blitzschnell unterwegs. Irgendwelche Anstalten mit Orientierungsflügen sind nicht mehr zu beobachten. Ich erwische sie daher fotografisch kaum beim Ein- und Ausflug, sondern nur am Futterteig. Dazu muss ich den bereits geschlossenen Vorbau öffnen. Diesen hatte ich schon vor geraumer Zeit geschlossen, damit einer möglich Konkurrentin der Königin das Finden des Nestes erschwert wird.
Ich überlege, ob ich das Volk umquartieren soll, wenn die Königin nicht mehr fliegt. Beobachtungen sind in diesem Kasten einfach schwierig, weil es keine Tür gibt. Ich muss immer das Dach abheben, an dem das Nest befestigt ist. Mal sehen.
Der Vorbau das ehemaligen Hummelkastens ist schon seit längerer Zeit geschlossen. Das kleinere Flugloch wird jetzt benutzt. / Foto: F. Hornig
Eine der ersten Arbeiterinnen der Deutschen Wespe am Futterteig. / Foto: F. Hornig
Die Königin der Deutschen Wespe (Paravespula germanica bzw. Vespula germanica) hat weitere Schichten der Außenhülle ergänzt und das Flugloch verkleinert. Beides dient natürlich der besseren Klimatisierung des Nestes. Gerade jetzt, wo die Temperaturen gefallen sind, eine wichtige Maßnahme. Die Verkleinerung des Fluglochs hat noch den nützlichen Nebeneffekt, dass das Nest besser gegen Konkurrentinnen verteidigt werden kann. In unmittelbarer Nachbarschaft des Nestes hat z.B. gestern eine andere Wespenkönigin, der ein Fühler fast vollständig fehlt, den Hornissenkasten mit Nestresten inspiziert und mehrfach angeflogen. Der beschädigte Fühler könnte auf einen Revierkampf oder eine gescheiterte Übernahme eines Nestes hindeuten. Man sieht, es gibt durchaus Konkurrentinnen in der Nähe, mit denen es zu Auseinandersetzungen kommen könnte.
Hier ein paar aktuelle Fotos:
Die Außenhülle ist um weitere Schichten ergänzt worden. Das Flugloch wurde verkleinert. / Foto: F. Hornig
Ohne Kampf kommt hier keine Konkurrentin vorbei. / Foto: F. Hornig
Die Königin "lauert im Schatten" / Foto: F. Hornig
Foto: F. Hornig
Ich hoffe, es geht positiv weiter, damit ich auch diese Art einmal über die ganze Saison aus der Nähe beobachten kann.
Heute habe ich endlich den ehemaligen Hummelkasten geöffnet und einen Blick ins Innere geworfen. Ich war im Vorfeld sehr gespannt, da es mir vorher noch nicht gelungen war, die Art der Wespe zu bestimmen. Weder konnte ich das Nest sehen, ohne den Kasten zu öffnen, noch ließ mir die Königin genug Zeit, um ihr genauer ins Gesicht zu sehen. Sie flog einfach zu schnell ein und aus. Und auch wenn sie verdünnten Futterteig aufnahm, gelang mir kein Foto, dass zur Artbestimmung tauglich gewesen wäre. Da ich annahm, dass sich das Nest höchstwahrscheinlich am Deckel befand, hatte ich diesen bisher nicht abgenommen, um einen Blick zu riskieren. Immerhin bestand die Möglichkeit, dass das Nest gleichzeitig auch am Rand befestigt war, sodass das Öffnen des Kastens ein gewisses Zerstörungsrisiko bedeutet hätte.
Heute nun öffnete ich trotzdem, weil ein Kontakt zum Rand mit zunehmendem Nestumfang immer wahrscheinlicher wurde und ich vorher nun doch noch einmal unbedingt einen Blick riskieren wollte.
Schon hier erkennt man gut, dass es sich um eine Kurzkopfwespe handelt. / Foto: F. Hornig
Auf dem zweiten Foto erkennt man noch deutlicher, dass es sich um eine Kurzkopfwespe (geringer Abstand zwischen Auge und Mandibeln) und speziell an der Gesichtszeichnung, dass es sich um eine Deutsche Wespe (Paravespula germanica) handelt.
Der Blick ins Gesicht zeigt: Paravespula germanica, die Deutsche Wespe. / Foto: F. Hornig
Hier mal eine Vertreterin einer häufigen Art: die Deutsche Wespe (Paravespula germanica).
Sie ist ein typischer Dunkelhöhlennister. Somit hängen ihre Nester niemals frei sichtbar, sondern sind in der Erde, auf Dachböden, hinter Verschalungen etc.
Diese Art kann im im August/September beim Essen im Freien schon etwas lästig werden, aber auch ihre Nester sollten und dürfen laut Naturschutzgesetz “nicht ohne vernünftigen Grund” beseitigt werden.
Hans Bugert hat uns Fotos gemailt, die er in seinem Garten, unweit des Hornissenkastens aufgenommen hat.
Deutsche Wespe (Paravespula germanica) / Foto: H. Bugert
Deutsche Wespe vor dem Nesteingang / Foto: H. Bugert