Berberitzen sorgen für Energie

Hornissenköniginnen haben in der Anfangsphase, in der sie auf sich allein gestellt sind, unglaublich viel zu leisten: Bauen, Eier legen, Beuteinsekten jagen, Larven füttern, Temperatur im Nest regeln etc.

Dafür brauchen sie Energie. Diese bekommen sie aus Pflanzensäften, indem sie junge Äste von Flieder, Esche, Eiche etc. annagen (“ringeln”) und den austretenden Saft aufnehmen.

Hornisse ringelt am Flieder / Foto: H. Hintsteiner

Hornisse ringelt am Flieder / Foto: H. Hintsteiner

Die Hornissenköniginnen nehmen aber auch gerne Nektar auf, da dieser besonders viel Energie spendet. Da die Mundwerkzeuge der Hornissen aber in erster Linie zum Beutefangen und -zerlegen geeignet sind und weniger zum Nektarsammeln, bevorzugen Hornissen Blüten zur Nektaraufnahme, in denen der Nektar leicht erreichbar ist. Berberitzen werden zum Beispiel besonders gerne angeflogen.

Heute bekam ich Bilder eines beekarma-Lesers gemailt, der Königinnen auf einer Beberitzenhecke fotografiert hat:

Hornissenkönigin an Berberitzenblüten / Foto: U. Kannenberg

Hornissenkönigin an Berberitzenblüten / Foto: U. Kannenberg

Leicht erreichbarer Nektar als Energielieferant / Foto: U. Kannenberg

Leicht erreichbarer Nektar als Energielieferant / Foto: U. Kannenberg

Und diese Energie können die Hornissenköniginnen bei den aktuellen Temperaturen (BS 9,4 °C) gut gebrauchen! Die Jagd auf Beuteinsekten gestaltet sich eher schwierig und die Temperatur der Brut droht ständig zu sehr abzusinken. Durch Zittern der Flugmuskulatur kann die Königin versuchen, etwas Wärme im Nest zu erzeugen. Aber das kostet: Energie!