Weitere Hornissen-Filiale in einem Schuppen

Wir wurden zu einem weiteren Hornissenvolk in einem Schuppen eines Kleingartens gerufen. Dort hatte ein Volk, dessen Initialnest in einer hohlen Zwetschge nicht mehr genug Raum fand, eine Filiale in eben diesem Geräteschuppen errichtet.
Die Besitzer ließen sich dazu überreden, das Volk zu tolerieren. Also bargen wir die wichtigsten Geräte aus dem Schuppen, sodass es zu keinen Konflikten durch Erschütterungen kommen konnte. Davon abgesehen zeigten sich die Gartenbesitzer den Hornissen gegenüber recht interessiert und aufgeschlossen.

Ursprungsnest in der Zwetschge mit Raumnot / Foto: F. Hornig

Filiale im Schuppen unterm Dach / Foto: F. Hornig

Filiale / Foto: F. Hornig

Nach der Aktion: Einflug durch den Türspalt / Foto: F. Hornig

Eindringlingsalarm!

Beim Füttern des Saxonica-Volkes ist mir schon mehrfach aufgefallen, dass tote Arbeiterinnen von Vespula germanica neben dem Futternapf lagen. Heute nun war das Volk stark in Aufregung, als ich gerade füttern wollte. Als ich den Kasten geöffnet hatte, sah ich neben dem Futternapf ein Knäuel von Arbeiterinnen, die eine andere Wespe gepackt hielten. Nach einiger Zeit ließen die meisten von ihr ab und nur zwei, später eine Arbeiterin attackierten die fast schon tote Wespe. Es handelte sich um eine Arbeiterin der deutschen Wespe (Vespula germanica), die in den Kasten eingedrungen war, um an das Zuckerwasser zu gelangen. Ich habe mich natürlich gefragt, wie sie an den Wächterinnen vorbei gekommen ist. Allerdings ist das untere Flugloch nicht immer besetzt und später konnte ich die Versuche einer weiteren Germanica-Arbeiterin beobachten, auf diesem Wege in den Kasten zu gelangen.

Wächterin am Flugloch des Saxonica-Volkes / Foto: F. Hornig

Zwei Saxonica-Arbeiterinnen attackieren immmer noch die fast leblose Germanica-Arbeiterin / Foto: F. Hornig

Saxonica-Arbeiterin mit der toten Germanica-Arbeiterin / Foto: F. Hornig

Anhand der Gesichtszeichnung und des Abstandes zwischen Augen und Mandibeln gut zu unterscheiden: oben Saxonica, unten (tot) Germanica / Foto: F. Hornig

Noch eine Absicherung

Wiederum sind wir auf naturverbundene Besitzer getroffen, die das Hornissenvolk tolerieren. Allerdings haben wir auch in diesem Fall eine kleine Absicherung mit Fliegengitter vorgenommen und einen Behälter für die Abfälle platziert.
Das Besondere an diesem Fall war, dass es ein Primärnest im Dach des Schuppens gab und eben die Filiale direkt im Schuppen, die abgesichert werden musste.

Filiale eines Hornissennestes / Foto: F. Hornig

Viel Gewusel auf der noch kleinen Filiale:

Und schließlich die fertige Absicherung:

Das abgesicherte Hornissennest (Markierung) / Foto: F. Hornig

Absicherung eines Hornissennestes

Gestern haben wir ein Hornissennest auf einem Dachboden abgesichert. Die Eigentümer ließen sich überreden, von einer Umsiedlung Abstand zu nehmen und stattdessen die Hornissen zu tolerieren.

Also haben wir einen kleinen “Käfig” aus Konstruktionslatten und Fliegengitter konstuiert und am Gebälk befestigt. Unter dem Nest wurde ein Karton mit Kleintierstreu platziert, der die Ausscheidungen der Hornissen aufnehmen soll, um übermäßiger Geruchsbildung entgegen zu wirken.

Hier das Nest am Dachgebälk:

Hornissennest auf einem Dachboden / Foto: F. Hornig

Unter dem Nest wird ein Karton auf einem Tisch platziert, der die Ausscheidungen und den “Müll” (Beutereste) der Hornissen aufnehmen soll. Die Hornissen fliegen durch das gekippte Fenster ein und aus:

Foto: F. Hornig

Am Dachgebälk wird ein Gerüst aus Konstruktionslatten befestigt:

Foto: F. Hornig

Im oberen Dreieck der Dachspitze wird schon einmal alles mit Fliegengitter abgedichtet:

Foto: F. Hornig

Auch der Rest wird mit Fliegengitter verkleidet und abgedichtet. Mit Reißzwecken, Klebeband, “Nähzeug” etc. Zum Teil, gerade in den Ecken, eine echte Fummelarbeit. Und das alles auf dem heißen Dachboden – hart am Rande der Dehydrierung. ;-)

Foto: F. Hornig

Resultat: Der Dachboden kann von den Eigentümern wieder fast uneingeschränkt genutzt werden.

Foto: F. Hornig

Den Hornissen bleibt eine stressige, immer auch mit Risiken behaftete Umsiedlung erspart. :-)

Jungköniginnenabflug bei warmem Wetter

Nach dem kalten Wochenende war es heute wieder wärmer, es zeigten sich zahlreiche Jungköniginnen auf der Außenhülle und ich konnte auch einige beim Abflug beobachten. Das Volk der Sächsischen Wespe bringt immer mehr Geschlechtstiere hervor. Heute ließ sich nämlich auch die erste Drohne blicken. Allerdings außen am Kasten. Aus diesem Volk oder ein Fremdling, angelockt von den Jungköniginnen?

Auf den Bildern sind die Jungköniginnen (deutlich größer als die Arbeiterinnen) gut zu erkennen.

Zahlreiche Jungköniginnen beim Volk der Sächsischen Wespe / F. Hornig

Foto: F. Hornig

Interessant: Schon seit längerer Zeit nutzt ein großer Nachtfalter den Wespenkasten, um dort den Tag zu verbringen. Ich habe ihn beim Füttern schon zweimal hinausgeworfen, aber er ist immer wieder zurückgekehrt. Die Wespen lassen ihn in Ruhe. Für ihr Beuteschema ist er zu groß, als Bedrohung sehen sie ihn auch nicht an. Insofern ein recht sicheres Plätzchen für den Falter. :-)
Auf den Bildern ist er links vom Nest gut zu erkennen.