Dokumentation: Weitere Umsiedlung eines Wespennestes

Gestern stand eine weitere Umsiedlung eines Volkes der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica) an. Es scheint dieses Jahr ein Saxonica-Jahr zu sein.
Das Volk hatte ein Nest in einem Gartenhäuschen, direkt hinter der Tür, gebaut. Beim Öffnen der Tür wurde das Nest jedesmal erschüttert, sodass eine Umsiedlung nötig war.

Als ersten Schritt trennten wir das Nest vorsichtig von der Wand des Gerätehäuschens ab und klebten die Wabenetagen in den vorbereiteten Nistkasten. Dabei entfernten wir die Außenhülle, um besser kleben zu können. Diese wird von den Arbeiterinnen sehr schnell wieder ersetzt werden.
Das Foto zeigt die eingeklebten Waben noch auf dem Kopf stehend, bis der Kleber getrocknet ist. Auf den Waben sitzen die Königin und ein paar junge Arbeiterinnen, die noch nicht vom Nest abfliegen.

eingeklebte Waben mit Königin und ein paar Arbeiterinnen / Foto: F. Hornig

Noch einmal die Waben im Kasten. Noch immer steht der Kasten auf dem Kopf, da der Kleber noch nicht ausgehärtet ist.

Die Waben im Kasten während der Kleber trocknet. / Foto: F. Hornig

Wenn der Kleber ausgehärtet ist, wird der Kasten an die Hütte gehängt. Möglichst genau dort, wo die Wespen normalerweise einfliegen. Sie sammeln sich dann mit der Zeit auf den Waben.

Kasten an der Hütte / Foto: F. Hornig

Kasten an der Hütte II / Foto: F. Hornig

Auf den Bildern sieht das alles ganz ruhig aus, wenn ihr aber das Video anseht, werdet ihr feststellen, dass die Arbeiterinnen sehr aufgeregt sind und könnte euch vorstellen, dass es eine ganze Weile dauert, bis sich alle Arbeiterinnen auf den Waben niedergelassen haben. Wir haben daher bis zum Einbruch der Dunkelheit gewartet.

Nachdem sich die Arbeiterinnen auf den Waben niedergelassen hatten, haben wir die Tür des Kastens vorsichtig aber schnell geschlossen. Schon vorher hatte ich das Flugloch mit Fliegengitter gesichert, sodass es geschlossen war, die Durchlüftung des Kastens jedoch sichergestellt war.

Am Zielort das Kastens, inzwischen war es dunkel, ersetzten wir das Fliegengitter durch eine Pappe, die in der Mitte perforiert war. Diese Perforation wird von den Arbeiterinnen bei Tageslicht bemerkt, sodass sie sich am nächsten Morgen ein selbstständig ein Flugloch in die Pappe nagen können.

Am nächsten Morgen - bereits am Zielort - ist das Flugloch schon aufgenagt. / Foto: F. Hornig

2 Gedanken zu “Dokumentation: Weitere Umsiedlung eines Wespennestes

  1. Hallo, welchen Kleber habt Ihr verwendet? Einfach Uhu?
    Wo gibt es einen Bauplan für solche Kästen? bzw Maße, bauen ist ja einfach?
    Danke

  2. Wir benutzen Heißklebepistolen, wie die meisten Umsiedler. Der Kleber härtet schnell aus, ist fest, für die Tiere ungiftig und riecht im erkalteten Zustand nicht.

    Die Kästen sind aus Sperrholz. Natürlich nicht so dauerhaft wie unsere Hornissenkästen, die wir als ständige Nisthilfe in den Wald hängen. Diese dienen nur zur schnellen Umsiedlung. Masn könnte sie sicher durch einen entsprechenden Anstrich noch haltbarer machen.

    Es handelt sich eigentlich um Brutkästen für Wellensittiche oder ähnliche Vögel. Eigentlich kann man bei diesen Kästen das Dach öffnen. Ich stelle sie aber hochkant, dann haben sie eben eine seitliche Tür. Dann kommt eine Kunststoffplatte als Regenschutz oben drauf.

    Solch ein Kasten kostet zwischen 6 und 9 €.
    Bekommt man z.B. bei Fressnapf:
    http://shop.fressnapf.de/shop/nistkasten-fuer-nymphensittiche

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