Wie wir bereits erwartet hatten, sind bei dem Nest der Sächsischen Wespe jetzt erste Zellen verdeckelt. Bei optimaler Entwicklung sollten in 12-14 Tagen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Larven gestern schon eingesponnen haben, dann darf ab dem 25.05. mit Arbeiterinnen gerechnet werden. Diese halten sich dann in der Regel noch ca. 2-3 Tage im Nest auf, bevor sie fliegen. Die kühlen Temperaturen zur Zeit können eine schnelle Entwicklung natürlich verzögern, allerdings hoffe ich, dass die Heizung hilft, eine allzu große Verzögerung zu vermeiden.
Wenn ich auch durch die Heizung und den Bienenfutterteig die schlimmsten Auswirkungen der kalten Temperaturen abmildern kann, so bleibt doch die Schwierigkeit, dass die Königin bei diesen Temperaturen nicht so einfach genügend Beuteinsekten findet.

Nest der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica), 14.05.10 / Foto: F. Hornig

14.05.10: Die obere Zelle ist bereits verdeckelt. Foto: F. Hornig

Mit Blitz: Obere Zelle verdeckelt, die dicke Larve darunter wird sich demnächst einspinnen. / Foto: F. Hornig
Die Gewöhnliche Wespe (Vespula vulgaris), die in meinem alten Bienenkorb nistet, ist momentan wesentlich weniger aktiv als die Sächsische Wespe. Sie muss natürlich auch ohne Unterstützung durch Futterteig oder Heizung mit den zur Zeit herrschenden Temperaturen zurechtkommen. Die Entwicklung der Eier und Larven wird hier sehr stark von der Kälte gebremst, wenn nicht gar gefährdet.

Nest der Gewöhnlichen Wespe, 14.05.10 / Foto: F. Hornig

Durch die Kälte kaum entwickelt. Brut von Vespula vulgaris am 14.05.10 / Foto: F. Hornig
Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass die Sächsische Wespe etwas früher begonnen hat, so zeigt der Vergleich der Bilder, wie stark die niedrigen Temperaturen die Entwicklung des Nestes und der Brut der Vulgaris zurückgeworfen haben.
Zum Abschluss noch ein Bild der Saxonica-Queen, aufgenommen durch das Sichtfenster mit interessantem Spiegeleffekt: Selbstbildnis mit Wespe

Selbstbildnis mit Sächsischer Wespe
/ Foto: F. Hornig