Flugbetrieb auch bei Regen

Das Nest der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica) wächst. Seit Arbeiterinnen vorhanden sind, zeigt sich ein munterer Flugbetrieb – selbst bei Regen.

Das Nest hat an Umfang zugenommen. / Foto: F. Hornig

Das Nest hat an Umfang zugenommen und stößt jetzt am Sichtfenster an. Auf der unteren Leiste sieht man deutlich Abfälle. Die Abfallmenge am Boden des Kastens hat deutlich zugenommen, seit Arbeiterinnen vorhanden sind.

Saxonica-Arbeiterin auf der Nesthülle / Foto: F. Hornig

Verblüffend schnelle Verpuppung

Es hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe noch einmal ein Foto gemacht und die Bilder verglichen:

Aufnahme vom 14.05.2010

Aufnahme vom 14.05.2010: Eine Zelle verdeckelt, einige Larven kurz davor / Foto: F. Hornig

Aufnahme vom 23.05.2010 (heute):

Aufnahme vom 23.05.2010: Zwei Zellen leer (wahrscheinlich Arbeiterinnen geschlüpft), die Königin und eine Arbeiterin / Foto: F. Hornig

Das bedeutet: Wenn sich eine Larve am 13.05. und andere sogar später eingesponnen haben, dann haben sie nur 10 Tage oder sogar weniger zur Verpuppung gebraucht. Das erstaunt mich.

Die ersten Wespenarbeiterinnen fliegen!

Das gibt’s doch gar nicht. Sie überraschen einen doch immer wieder. 8-)

Meine optimistischsten Berechnungen für das Erscheinen der ersten Arbeiterinnen lagen beim 25. Mai. Nun fliegen schon heute die ersten Arbeiterinnen des Volkes der Sächsischen Wespe. Hat das die Heizung bewirkt? Wenn man bei Witt (Rolf Witt: Wespen, Vademecum-Verlag, S. 35) nachliest, stößt man auf folgende Passage: “Durch eine Temperaturregulation kann die Entwicklungszeit des Nachwuchses im Vergleich zur Nestgründungsphase deutlich auf nur 4 Wochen verkürzt werden.” Ich kann nicht genau sagen, wann das Nest gegründet und die ersten Zellen bestiftet wurden (am 28.04 waren jedenfalls spätestens Zellen bestiftet). Die ersten verdeckelten Zellen habe ich am 14.05. fotografiert, vermutlich haben sich diese Larven am 13.05. eingesponnen. Doch vermutlich gab es andere, die sich früher eingesponnen haben, die ich durch das Flugloch aber nicht sehen konnte, weil sie auf der oberen, kleineren Wabenetage waren.

Wie auch immer:
Heute beim Blick in den Kasten durch das Seitenfenster habe ich völlig unerwartet die erste Arbeiterin entdeckt. Später flog eine Arbeiterin schon sicher ein und eine andere zeigte einen Orientierungsflug, den ich filmen konnte:

Fotos gibt es noch keine, da ich die Tür des Kastens noch nicht öffnen wollte, damit keine Arbeiterin durch die Tür ausfliegt, die sich das Einflugloch noch nicht eingeprägt hat.

Durchhaltevermögen …

… hat die Königin der Sächsischen Wespe bisher bewiesen.

Sie hat dank Heizung und Futterteig den kalten Mai überstanden. Gegen Ende des Monats sollten dann die ersten Arbeiterinnen auftauchen. Weiterhin: Daumen drücken! :-)

Ein paar Bilder von gestern:

Kasten mit Heizkabel, 21.05.2010 / Foto: F. Hornig

Abflug der Saxonica-Königin / Foto: F. Hornig

Königin auf den Waben, verdeckelte Zellen (21.05.10) / Foto: F. Hornig

Arte-Doku: Das Geheimnis des Bienensterbens

Tief beeindruckt hat mich gestern eine Dokumentation auf Arte über die neuesten Erkenntnisse zum Bienensterben. Noch immer ist es nicht wirklich geklärt. Viele bekannte Problemfelder (Varoa, Pestizide, Wanderstress speziell in den USA, Viren, Bakterien, intensive Landwirtschaft etc.) wurden genannt. Jedoch haben einige Forscher ein paar neue Impulse bekommen. Verblüffend die Dokumentation der Region, wo viele dieser Problemfelder sich konzentrieren, wo die Verluste zu Beginn am dramatischsten waren, wo viele Fäden zusammenlaufen und sich Muster abzuzeichnen beginnen: die gigantischen Mandelplantagen in Kalifornien. Und man versteht: Kalifornien ist überall …

Noch 6 Tage lang könnt ihr es völlig legal auf den Seiten von ARTE ansehen. Empfehlenswert! Nehmt euch die Zeit:
http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Das-Geheimnis-des-Bienensterbens/3166056,CmC=3171068.html

Sächsische Wespe: Bau-Impressionen

Zwei wärmere Tage haben gereicht, um die Sächsische Wespe wieder stärker zum Bauen zu animieren. Viel Baumaterial wurde nach innen transportiert, was darauf schließen lässt, dass auch dort viel gebaut wurde. Dabei werden ja innere Hüllen abgetragen, die Waben werden erweitert und äußere Hüllen werden ergänzt. Heute wurde aber auch außen weiter gebaut. Ich konnte ein paar Bilder davon machen.

Sächsische Wespe beim Bauen (I), 17.05.10 / Foto: F. Hornig

Sächsische Wespe beim Bauen (II), 17.05.10 / Foto: F. Hornig

Sächsische Wespe beim Bauen (III), 17.05.10 / Foto: F. Hornig

Sächsische Wespe beim Bauen (IV), 17.05.10 / Foto: F. Hornig

Und wenn man der Königin von unten genau über die Schulter schaut, ins Flugloch linst und das Bild ein wenig aufhellt, erkennt man beim genauen Hinsehen, dass inzwischen natürlich mehrere Zellen verdeckelt sind:

Aufgehellte Aufnahme: Beim genauen Hinsehen entdeckt man verdeckelte Zellen. / Foto: F. Hornig

Erdhummelarbeiterinnen tragen fleißig Pollen ein

Nachwuchs gibt es bisher nur bei den Erdhummeln. Da die Temperaturen heute etwas höher sind und die Sonne scheint, habe ich einen Blick in den Nistkasten geworfen. Allerdings habe ich die Wolle nicht entfernt, da bei der Kälte wohl noch kaum Wachsmotten unterwegs sind. Leider gab es ja nun ausgerechnet in einem Kasten Nachwuchs, der über keine Mottenklappe verfügt, sondern nur über einen gewöhnlichen Vorbau. Ich habe also drei Optionen. Ich behandle das Volk bei einem Wachsmottenbefall mit BT, ich versuche eine Nachrüstung einer Mottenklappe an diesem Nistkasten oder ich quartiere das Volk in einen Kasten mit Klappe um.

Hier erstmal ein paar Bilder:

Erdhummelkönigin, 16.05.10 / Foto: F. Hornig

Königin und Arbeiterin, 16.05.10 / Foto: F. Hornig

Arbeiterin, 16.05.10 / Foto: F. Hornig

Spannend: Handbuch der Mauerbienenzucht

Auf den Seiten von www.bienenhotel.de findet sich ein äußerst spannend zu lesendes PDF-Dokument zu Zucht, Vermehrung und Einsatz von Mauerbienen als Bestäubern. Spannend in meinen Augen vor allem durch die interessant konstruierten Holznistblöcke aus gefrästen Brettern, die mittels eines Spanngurtes zusammengehalten werden und zur Entnahme der Kokons oder zur Reinigung leicht geöffnet werden können. Eine anregende Lektüre gerade für die verregneten und frustrierend kalten Tage. Leider konnte ich aus Zeitmangel die Ausführungen bisher nur teilweise intensiver lesen.

Sehr zu empfehlen: :-)
Handbuch der Mauerbienenzucht (PDF, 20 Seiten)

Erste Zellen verdeckelt

Wie wir bereits erwartet hatten, sind bei dem Nest der Sächsischen Wespe jetzt erste Zellen verdeckelt. Bei optimaler Entwicklung sollten in 12-14 Tagen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Larven gestern schon eingesponnen haben, dann darf ab dem 25.05. mit Arbeiterinnen gerechnet werden. Diese halten sich dann in der Regel noch ca. 2-3 Tage im Nest auf, bevor sie fliegen. Die kühlen Temperaturen zur Zeit können eine schnelle Entwicklung natürlich verzögern, allerdings hoffe ich, dass die Heizung hilft, eine allzu große Verzögerung zu vermeiden.
Wenn ich auch durch die Heizung und den Bienenfutterteig die schlimmsten Auswirkungen der kalten Temperaturen abmildern kann, so bleibt doch die Schwierigkeit, dass die Königin bei diesen Temperaturen nicht so einfach genügend Beuteinsekten findet.

Nest der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica), 14.05.10 / Foto: F. Hornig

14.05.10: Die obere Zelle ist bereits verdeckelt. Foto: F. Hornig

Mit Blitz: Obere Zelle verdeckelt, die dicke Larve darunter wird sich demnächst einspinnen. / Foto: F. Hornig

Die Gewöhnliche Wespe (Vespula vulgaris), die in meinem alten Bienenkorb nistet, ist momentan wesentlich weniger aktiv als die Sächsische Wespe. Sie muss natürlich auch ohne Unterstützung durch Futterteig oder Heizung mit den zur Zeit herrschenden Temperaturen zurechtkommen. Die Entwicklung der Eier und Larven wird hier sehr stark von der Kälte gebremst, wenn nicht gar gefährdet.

Nest der Gewöhnlichen Wespe, 14.05.10 / Foto: F. Hornig

Durch die Kälte kaum entwickelt. Brut von Vespula vulgaris am 14.05.10 / Foto: F. Hornig

Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass die Sächsische Wespe etwas früher begonnen hat, so zeigt der Vergleich der Bilder, wie stark die niedrigen Temperaturen die Entwicklung des Nestes und der Brut der Vulgaris zurückgeworfen haben.

Zum Abschluss noch ein Bild der Saxonica-Queen, aufgenommen durch das Sichtfenster mit interessantem Spiegeleffekt: Selbstbildnis mit Wespe 8-)

Selbstbildnis mit Sächsischer Wespe :-) / Foto: F. Hornig