Wachsmottenbehandlung bei meinen Steinhummeln
Gestern abend habe ich die erste Wachsmotte in meinem Steinhummelvolk gefunden. Sie ließ sich leicht mit der Hand abfangen und ich habe ihr den Garaus gemacht.
Allerdings kann es gut sein, dass sie schon Eier gelegt hat. Daher – und weil jetzt anscheinend trotz der Kühle die Wachsmottenn schon unterwegs sind – habe ich heute das Volk präventiv mit B401 behandelt. B401 wirkt auf Basis des Bacillus thuringiensis und ist ein biologisches Mittel gegen Wachsmotten, das sogar in der Bio-Imkerei zugelassen ist.
Da das Mittel direkt auf die Waben gesprüht werden muss, habe ich die Wolle entfernt und das Nest freigelegt. Ich konnte die Königin und einige Arbeiterinnen entdecken, die sich der Brutpflege widmeten. Das Nest machte einen guten Eindruck. Die nächste Arbeiterinnen-Generation befindet sich in zahlreichen verdeckelten Zellen. Die Honigtöpfe sind gut gefüllt.

Das freigelegte Nest. Gelb markiert: die Königin. / Foto: F. Hornig

Auch hier ist die Steinhummelkönigin gelb markiert. / Foto: F. Hornig

Ein intaktes Nest: Honigtöpfchen und verdeckelte Zellen sind gut zu erkennen. / Foto: F. Hornig
Hm, das Nest samt Tieren wird also komplett eingesprüht, und die Bazillen wirken dann auf die Motteneier? Macht das den Hummeln selbst nichts aus, und könnte die Feuchtigkeit nicht die Puppendeckel aufweichen (nachdem die Wiegen und Töpfchen selbst ja wohl aus Wachs sind)? Klingt kompliziert, da es wohl auf die Dosierung ankommt.
-MatsDrohne
Das Besprühen sollte so erfolgen, dass das Nest mit einem feinen Nebel überzogen wird, aber nicht tropfnass ist. Dann sollte es noch etwas geöffnet bleiben, damit es trocknen kann. Die Hummeln verteilen den Wirkstoff beim Putzen (sich selbst und das Nest) und bei der Reparatur der Nesthülle (Wolle vermischt mit Wachs) im ganzen Volk und im Nest.
Der Wirstoff wirkt weder auf die Motten selbst noch auf die Eier, sondern auf die geschlüpften oder noch schlüpfenden Mottenlarven. Bei diesen wird der Darm zerstört.
Die Wirkung einer Behandlung hält ca. 2-3 Wochen vor.
Mehr dazu hier:
http://www.wildbienen.de/hus-wmo1.htm
Ah, danke, sehr interessant – und ich verstehe. Das Bazillus ist ein halbwegs spezifischer Parasit von Schmetterlingen und an sich schon unschädlich für Hummeln und Bienen. Die angegebene Seite ist recht informativ, auch über die Wachsmottenvorbeugung, scheint alles empfehlenswert zu sein.
-MatsDrohne