Imker und Wissenschaftler schlagen erneut Alarm:
Honigbienen verhungern mitten im Sommer. Die Landschaft ernährt ihre
Insekten nicht mehr.
Die drastischen Eingriffe in die Landschaft und der daraus resultierende Verlust des Trachtpflanzenangebots haben zum Teil dramatische Folgen.
Mehr über diese problematische Entwicklung erfahrt ihr hier.
Schon am 27.07.09 hatte das Volk der Sächsische Wespe seinen Zyklus beendet. Das Volk hat Jungköniginnen und Drohnen hervorgebracht. Am 27.07. waren allerdings nur noch 3-4 Arbeiterinnen zu beobachten. Die Geschlechtstiere waren bereits abgeflogen, der Rest der Arbeiterinnen schon tot. Der Zyklus des Volkes war somit zu diesem frühen Zeitpunkt schon komplett beendet und erfolgreich abgeschlossen.
Nach dem Entfernen der Außenhülle konnte ich einen genaueren Blick auf das Nest werfen.
Obwohl das Nest nicht besonders groß ist, gibt es drei komplette Waben und eine angefangene.

27.07.09, Saxonica-Nest: Drei komplette Waben und eine "halbe". / Foto: F. Hornig
Die untere Wabe wurde wurde entweder nicht mehr oder zu spät bestiftet. Dort sind anscheinend keine Geschlechtstiere mehr geschlüpft. Es fand nicht mal mehr eine Verpuppung statt. Es fehlen verdeckelte Zellen bzw. die Reste der „Deckel“. Eine genauere Untersuchung der des herausgelösten Nestes könnte hier Aufschluss geben.

Blick von unten: Auf der unteren Wabe haben sich anscheinend keine Geschlechtstiere mehr entwickelt. / Foto: F. Hornig

Blick von unten (2) / Foto: F. Hornig
Ein weiteres Hornissennest in einem Hochsitz, zu dem ich gerufen wurde, bot einen ungewöhnlichen Anblick dar.
Normalerweise haben die meisten Hornissennester – im Gegensatz zu Wespennestern – unten eine große Öffnung und nicht nur ein kleines Einflugloch. Dieses Nest aber wurde unten fast vollständig verschlossen. Dabei hängt es nicht offener oder ungeschützter als ein anderes, dass im Umkreis von ca. 800 Metern hängt.

Hornissennest im Hochsitz / Foto: F. Hornig

Der Größenvergleich zeigt: ein mittelgroßes Nest / Foto: F. Hornig

Ungewöhnlich der Anblick von unten: mehrere kleine Einfluglöcher, statt eines großen. / Foto: F. Hornig

Blick von unten (2) / Foto: F. Hornig
Heute gegen 20.30 Uhr konnte ich die ersten zwei Jungköniginnen bei dem Volk der Mittleren Wespe beobachten. Eine kletterte auf der Außenhülle herum. Die andere flog kurz aus dem Nest und dann sofort wieder hinein. Immer wieder erstaunlich, wenn man plötzlich die Jungköniginnen aus dem Nest kommen sieht, die dann einer Hornissenarbeiterin so verblüffend ähnlich sehen.
Leider hatte ich keine Kamera dabei, sodass es keine Fotos gibt. Momentan bin ich vormittags und am frühen Nachmittag oft unterwegs. Ich hoffe aber, demnächst Fotos von Geschlechtstieren nachliefern zu können.
Zumindest bringt das Volk jedoch welche hervor. Die nächste Generation scheint gesichert.
Es scheint bei uns dieses Jahr weniger (große) Hornissenvölker zu geben als letztes Jahr. Immerhin konnte ich heute ein recht respektables Volk beobachten und fotografieren. Es hat immerhin bereits begonnen Großzellen zu bauen, die auch schon bestiftet sind.
Ein seltener Anblick bisher bei uns in der Region in dieser Saison.

Eine schöne, z.T. bizarr geformte Außenhülle / Foto: F. Hornig

Blick von unten ins Nest / Foto: F. Hornig

Die untere Wabenetage besteht aus Großzellen für Geschlechtstiere. Sie sind bereits bestiftet. / Foto: F. Hornig

Die Kamera wird kritisch beäugt. / Foto: F. Hornig
Die Mittlere Wespe hat zwar im Gegensatz zur Sächsischen Wespe noch keine Geschlechtstiere hervorgebracht, aber das Nest ist wirklich stark gewachsen und inzwischen wesentlich größer als das der Sächsischen Wespe.
Ein paar Bilder können das verdeutlichen.
Zuerst eine Aufnahme des Nestes der Mittleren Wespe (Dolichovespula media) vom 05.06.09:

Aufnahme vom 05.06.09: Die oberen Stangen (1) stützen das Nest, sind aber noch nicht eingebaut. Die unteren Stangen (2) sind noch weit vom Nest entfernt. / Foto: F. Hornig
Zum Vergleich eine Aufnahme von heute (23.07.09):

Aufnahme vom 23.07.09: Auch die untere Stange (2) ist inzwischen eingebaut. Die obere Stange (1) ist kaum noch zu sehen. / Foto: F. Hornig

23.07.09: Blick von unten auf das Nest der Mittleren Wespe / Foto: F. Hornig

Und noch wird weiter gebaut: Arbeiterin der Mittleren Wespe / Foto: F. Hornig
Bei der Mittleren Wespe zeigt die erste „Durchsicht“ nach dem Urlaub, dass das Nest weiter gewachsen ist – es ist inzwischen wesentlich größer als das Nest der Sächsischen Wespe – aber das Volk scheint noch nicht auf dem Höhepunkt angelangt zu sein. Geschlechtstiere kann ich hier, im Gegensatz zur Sächsischen Wespe, noch nicht beobachten.
Matsdrohne hatte ja netterweise während meines Urlaubs einen Blick auf die Völker geworfen und sich über die Verteidigungsbereitschaft des Volkes gewundert. Daher habe ich mein Augenmerk auch etwas stärker auf diesen Punkt gelenkt. Es ergibt sich ein differenziertes Bild. Das Türenschlagen unter dem Carport scheint sie nicht mehr so stark zu reizen wie vor ein paar Wochen. Wird aber der Carport durch eine damit verbundene Gartentür erschüttert, zeigt das Volk eine sehr starke Verteidigungsreaktion. Sitzen die Wespen dann nach dem Umfliegen des Kastens noch in wachsamer Haltung auf der Außenhülle des Nestes, reicht teilweise schon ein optischer Reiz, um sie zu beunruhigen.
Vor jeglicher Erschütterung des Nestes konnte ich jedoch völlig unbehelligt Fotos machen, ohne dass dies eine Verteidigungsreaktion der Wespen ausgelöst hat.

Erfolgt keine Erschütterung, sind weiterhin Fotos ohne Beunruhigung der Wespen möglich. / Foto: F. Hornig

Flugverkehr bei der Mittleren Wespe / Foto: F. Hornig

Wurde das Volk alarmiert, bleiben die Arbeiterinnen eine Weile wachsam auf der Außenhülle. / Foto: F. Hornig

Erhöhte Wachsamkeit (2) / Foto: F. Hornig
Nach dem Urlaub zeigt der erste Blick in den Kasten, dass das Volk der Sächsischen Wespe inzwischen Geschlechtstiere hervorgebracht hat. Jungköniginnen und Drohnen zeigen sich auf der Außenhülle des Nestes und am Flugloch. Der Flugverkehr ist schon merklich zurück gegangen und auch die Zahl der Arbeiterinnen hat sich deutlich verringert. Der Höhepunkt des Volkes ist ganz klar schon überschritten. Vermutlich sind die meisten Jungköniginnen und Drohnen bereits vor ein paar Tagen abgeflogen.

Bereits am Flugloch zeigt sich eine Jungkönigin. / Foto: F. Hornig

Geschlechtstiere der Sächsischen Wespe auf der Außenhülle / Foto: F. Hornig

Geschlechtstiere außen auf dem Nest / Foto: F. Hornig
Wir machen hier im Tagebuch eine kleine Pause, da wir momentan personell etwas dünner besetzt sind, aber viele Aufgaben (Beratung, Umsiedlung, Öffentlichkeitsarbeit etc.) anstehen.
Natürlich wird nach einer kleinen Unterbrechung weiter über die beiden Wespenvölker und andere Ereignisse berichtet werden.
Bis dahin empfehle ich ungeduldigen Lesern unser Forum, denn das wird auch in der Pause weitergeführt. Und auch dort wird über Hornissen, Wespen, Bienen etc. berichtet.
Allgemeine kurzgefasste Informationen über Wespen und Hornissen finden Sie hier:
Häufige Fragen zu Hornissen
Häufige Fragen zu Wespen
Weiterhin kann ich nur empfehlen, ein wenig in unseren Hyperlinks in der rechten Spalte zu stöbern …
Fortschritte bei beiden Völkern. Wenn die Königinnen weiterhin vital bleiben, sollte eigentlich einer positiven Entwicklung beider Völker nichts im Wege stehen und es sollten bei beiden Geschlechtstiere (Jungköniginnen und Drohnen) hervorgebracht werden.
Etwa Mitte September sollten dann beide Völker – bis auf die Jungköniginnen – komplett absterben. Die Nester werden danach verlassen sein, da die Jungköniginnen bereits abgeflogen sein werden, um sich zu paaren und direkt danach ein Winterquartier zu suchen. Sie werden nicht zum Nest zurückkehren.
Doch das ist natürlich noch Zukunftsmusik.
Noch haben wir den Juli und den August vor uns.
Ein paar aktuelle Fotos von beiden Völkern.
Zunächst zur Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica):

Sächsische Wespe: Wegen der Hitze wird Luft ins Flugloch gefächelt. / Foto: F. Hornig

Arbeiterinnen der Sächsischen Wespe / Foto: F. Hornig

30.06.09: Nest der Sächsischen Wespe (1) / Foto: F. Hornig

30.06.09: Nest der Sächsischen Wespe (2) / Foto: F. Hornig
Weiter zur Mittleren Wespe (Dolichovespula media):

30.06.09: Nest der Mittleren Wespe / Foto: F. Hornig

Arbeiterinnen der Mittleren Wespe am Flugloch (1) / Foto: F. Hornig

Arbeiterinnen der Mittleren Wespe (2) / Foto: F. Hornig